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Israel: Neue Immigranten leiden besonders unter Corona

Israel: Alijah in Zeiten von Corona
Israel: Alijah in Zeiten von Corona (© Imago Images / Xinhua)

Nach acht Monaten strikter Grenzschließungen wegen Corona gibt nun es erste Schritte in Richtung Familienzusammenführung.

Die Grenzen Israels sind aufgrund der Corona-Restriktionen seit etwa acht Monaten geschlossen, wodurch viele Familien und Paare für diesen Zeitraum voneinander getrennt sind. „Die Isolation ist für jeden schwer, aber vor Allem für neue Immigranten. Die Trennung von Familie und Freunden, Schwierigkeiten mit Integration und Sprache, gesundheitlicher und wirtschaftlicher Druck, die Angst sich anzustecken und die Sorgen der Familie im Ausland, sind alles spezifische Schwierigkeiten von Immigranten“, weist Davit Bitan (Likud), der Vorstand des Komitees für Immigration, Integration und Diaspora auf die spezifischen Probleme dieser Personengruppe hin.

Vor allem während der Feiertage und während des harten Lockdowns litten viele der neuen Immigranten, die noch kein starkes Netzwerk in Israel aufgebaut haben, unter dem Umstand, ihre Familien nicht sehen zu können. Nun dürfen sie darauf hoffen, dass ein Wiedersehen bald möglich ist.

Als neue Immigranten oder auf Hebräisch „Olim Chadashim“ werden in Israel Einwanderer bezeichnet, die Aljiah gemacht haben und noch keine zehn Jahre in Israel leben. Alliah (zu Deutsch etwa „Aufstieg“) bezeichnet den Prozess der Rückkehr ins Heilige Land für Juden oder Personen, die jüdischer Abstammung sind.

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Erste Schritte…

Vergangenen Mittwoch beschloss das Komitee für Immigration, Integration und Diaspora die Einreise nahestehender Verwandten von neuen Immigranten zu genehmigen. Abgeordnete der Immigrationsbehörden haben in den vergangenen Monaten zahlreiche Anfragen diesbezüglich bekommen. Nun soll endlich ein erster Schritt getan werden. Bisher wurden lediglich für Hochzeiten, Geburten und Begräbnisse Ausnahmen zur Einreise nach Israel bewilligt.

Die neue Erlaubnis soll voraussichtlich Mitte Dezember in Kraft treten, wobei ein genaues Datum dafür noch nicht feststeht. Es soll ein offizielles Anmeldesystem geben, um eine Bewilligung vom Innenministerium zu bekommen. Die neue Regulierung bezieht sich allerdings nur auf neue Immigranten, die in den letzten vier Jahren nach Israel kamen. Dies sind etwa 125.000 Menschen. Würde man weitere Generationen von Olim miteinbeziehen, wären die Zahlen zu groß bzw. die Menge zu unübersichtlich.

Vor allem aufgrund der steigenden Zahlen von Corona-Infektionen in Europa und Amerika ist der Staat Israel besorgt, zu vielen Menschen eine Einreise zu genehmigen. Michar Cotler-Wunsh, eine Abgeordnete der Blau-und-Weiß Partei, bedauerte die Entscheidung, nur der genannten Immigrantengruppe ein Wiedersehen mit ihren Familien ermöglichen zu können. Sie forderte die zuständigen Stellen auf, weiter an der Suche nach Lösungswegen zu arbeiten, um noch mehr Personen in die Regelung zu inkludieren, da es viele weitere Immigranten gebe, die die Unterstützung ihrer Familien benötigen. Doch das Innenministerium lehnte dies ab.

Schwierigkeiten für neue Immigranten

In Israel zu leben ohne die nahe Familie und Freunde bei sich zu haben, fühlt sich für viele neue Immigranten nicht wie „zu Hause“ an. Die Kombination des harten Lockdowns und der Unsicherheit, wann sie ihre Familien wiedersehen können, könnte zu schweren psychischen Beschwerden führen, weswegen auch weiterhin die Notwendigkeit besteht, das Problem zu adressieren und eine Lösung dafür zu finden.

„Ich weiß, dass mir meine Familie hier in Israel, ein großer Quell der Stärke während dieses Lockdowns ist, und ich hoffe, dass diese Erfahrung jetzt auch für mehr der neuen Immigranten möglich sein wird“, so Knesset-Abgeordneter Yorai Lahav Hertzanu.

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