Israel: Lieblingsdämon der Vereinten Nationen

„Der ehemalige israelische Außenminister Abba Eban fasste das Verhältnis zwischen den Vereinten Nationen und ihren Mitgliedsländern zu Israel einmal folgendermaßen zusammen: ‚Wenn Algerien in einem Resolutionsentwurf erklären würde, dass die Erde eine Scheibe ist und Israel sie dazu gemacht hat, dann würde diese Resolution mit 164 zu 13 Stimmen bei 26 Enthaltungen angenommen werden.‘

Nach der Lektüre des Buchs ‚Vereinte Nationen gegen Israel. Wie die UNO den jüdischen Staat delegitimiert‘ des Publizisten Alex Feuerherdt und des Politikwissenschaftlers Florian Markl, in dem dieses Verhältnis ausführlich analysiert wird, kann man durchaus zu diesem Schluss kommen. Denn tatsächlich fanden in den Gremien der Vereinten Nationen bereits Anträge eine Mehrheit, die ähnlich absurde Positionen gegenüber Israel einnehmen. (…)

(D)ie Unesco ist bei weitem nicht die einzige Unterorganisation der Vereinten Nationen, die sich an einer Dämonisierung Israels beteiligt. Dies weisen Feuerherdt und Markl mit zahlreichen Originalquellen der letzten Jahrzehnte nach. Ihre These: Es gehe nicht um die Verirrungen einzelner Vertreter oder Mitgliedsländer, sondern um einen Kurs, der ‚von zentralen Institutionen der Vereinten Nationen wie der Generalversammlung und dem Sekretariat genauso verfolgt wird wie von den unzähligen Unter- und Sonderorganisationen, die sich unter dem Schirm der UN obsessiv an der Delegitimierung Israels beteiligen‘. (…)

All dies schreiben die Autoren gut recherchiert, quellengestützt und spannend auf. (…) Am Beispiel des Flüchtlingshilfswerks UNRWA, das einzig und allein für die palästinensischen Flüchtlinge zuständig ist, während das UNHCR sich um alle anderen Flüchtlinge auf der Welt kümmern muss, gelingt es den Autoren besonders gut herauszustellen, dass der problematische Umgang der Vereinten Nationen mit Israel tief in die UN-Strukturen eingewoben ist. (Frederik Schindler: „Der Lieblingsdämon der Vereinten Nationen“)

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