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Israel: Gaza-Bodenoperation aus strategischen Überlegungen verschoben 

Nach Angaben ihres Sprechers sei die israleische Armee jederzeit bereit für Gaza-Operation
Nach Angaben ihres Sprechers sei die israleische Armee jederzeit bereit für Gaza-Operation (Quelle: JNS)

Nach Angaben des Stabschefs sind die israelischen Verteidigungsstreitkräfte jederzeit bereit für die nächste Operation. Eine diesbezügliche Entscheidung wird gemeinsam mit der politischen Ebene getroffen.

Die seit Tagen erwartete Bodenoffensive der israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) im Gazastreifen verzögert sich aufgrund »taktischer und strategischer Überlegungen«, sagte IDF-Stabschef Herzi Halevi am Dienstag. »Die IDF sind bereit für die Operation, und wir werden mit der politischen Ebene eine Entscheidung über die Form und den Zeitpunkt der nächsten Phase treffen«, gab Halevi auf einer Pressekonferenz in der Nähe der Grenze zum Gazastreifen bekannt.

Man habe sich darauf vorbereitet, wobei »die IDF und das Südkommando hochwertige Offensivpläne ausgearbeitet« haben, um »die Kriegsziele zu erreichen«, fügte Halevi hinzu. »Wir nutzen jede Minute, um noch besser vorbereitet zu sein.« Zugleich habe man bereits damit begonnen, den Feind zu schlagen. »Wir töten Terroristen, zerstören die Infrastruktur und sammeln weitere Informationen für die nächste Phase. Dies ist unser Land, unser Zuhause, und wir werden es mit allen Mitteln verteidigen«, schwor der General.

In Vorbereitung des erwarteten Bodenangriffs zur Zerstörung der Hamas greift die israelische Luftwaffe Terroreinrichtungen im Gazastreifen »in einem Tempo an, das es seit Jahrzehnten nicht mehr gegeben hat«, sagte ein Militärbeamter am Wochenende. Ebenfalls am Wochenende erklärten US-Beamte gegenüber der New York Timesdie Regierung von US-Präsident Biden rate Israel, die Bodeninvasion zu verschieben, da das Weiße Haus mehr Zeit wolle, um über die Freilassung der Geiseln zu verhandeln und mehr humanitäre Hilfe in die Küstenenklave zu lassen.

Halevi betonte, die IDF seien weiterhin dem Ziel verpflichtet, die Hamas vollständig zu zerschlagen, einschließlich ihrer Führung, ihrer militärischen Fähigkeiten und ihrer Arbeitsmechanismen. »Unser Weg ist ein Weg der unerbittlichen Angriffe, die der Hamas überall und auf jede Weise schaden. Wir sind auf die Bodenoperationen im Süden gut vorbereitet. Das Südkommando verfügt über hochwertige Einsatzpläne. Es gibt taktische, operative und strategische Überlegungen, die uns zusätzliche Zeit verschafft haben; und Truppen, die mehr Zeit haben, sind besser vorbereitet, und das ist es, was wir jetzt tun«, sagte der Stabschef am Montag.

Jede Minute genutzt

Währenddessen konzentriert die israelische Luftwaffe ihre Angriffe auf Hamas-Ziele im Herzen von Gaza-Stadt und in den nördlichen Gebieten wie Zaytun und Shati, teilte das Militär am Dienstag, dem achtzehnten Tag des von der Hamas vom Zaun gebrochenen Kriegs mit. An diesen Orten bereite »sich die Hamas vor und verstärkt ihre Kräfte. Wir setzen unsere intensiven Angriffe dort fort«, sagte IDF-Sprecher Daniel Hagari und wiederholte den Aufruf des Militärs an die Bewohner Gazas, den Küstenstreifen in Richtung Süden zu verlassen. 

Die IDF habe auch Hamas-Terroristen angegriffen, die sich auf einen Angriff auf israelisches Territorium vorbereiteten, führte er aus und ergänzte, dass »lange Wochen des Kampfes vor uns liegen«. Im Norden habe die Luftwaffe (IAF) einen Raketenabschussverband getroffen, der einen Angriff auf Har Dov vorbereitete, so Hagari, der warnte, der Rückgang des Raketenbeschusses durch die Hamas in den vergangenen Tagen sei Teil eines Versuchs, »uns einzuschläfern. Er ist immer noch in der Lage, zu feuern.«

In der Zwischenzeit trainierten die israelischen Bodentruppen in den Bereitstellungsräumen und prüften die Geheimdienstinformationen. »Wir werden unsere Kräfte aktivieren, wenn die besten Bedingungen gegeben sind, die Lage mittels der IAF zu unseren Gunsten verbessern und Bedrohungen für die Bodentruppen beseitigen«, kündigte Hagari an. «Wir müssen uns die Region und andere Bemühungen in Gaza ansehen. Wir sind bereit und entschlossen.«

Zu internationalen Medienberichten, laut denen US-Beamte Bedenken hinsichtlich der Bereitschaft zu einer israelischen Bodenoffensive geäußert hatten, meinte der IDF-Sprecher, der Verbündete USA habe »eine Reihe von strategischen Interessen im Nahen Osten. Sie haben viele Erfahrungen im Irak und in Afghanistan gesammelt, und wir lernen aus diesen Erfahrungen. Der Krieg findet aber an unserer Grenze statt, nicht Tausende von Kilometern von Israel entfernt. Am Tag nach dem Krieg müssen wir mit einer Realität leben, in der eine solche Bedrohung, wie sie am 7. Oktober bestand, nicht mehr vorhanden ist. Daher ist dies eine Entscheidung, die wir allein treffen müssen.«

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