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Pepsi-Boykott im Libanon wegen neuem Design, das der israelischen Flagge ähneln soll

Libanesische Aktivisten beschuldigen Pepsi, ihnen mit seinem neuen Flaschenverschluss die israelische Flagge unterjubeln zu wollen
Libanesische Aktivisten beschuldigen Pepsi, ihnen mit seinem neuen Flaschenverschluss die israelische Flagge unterjubeln zu wollen (Quelle: MEMRI TV)

Der antisemitische Wahn kennt keine Grenzen und macht sogar vor den Verschlüssen von Softdrinks nicht halt, in denen manche das Symbol für ein »Großisrael« erkennen wollen.

Der türkische Sender TRT Arabic TV strahlte Ende Juni einen Bericht über den Pepsi-Boykott im Libanon aus, nachdem die örtlichen Pepsi-Vertreter die Flaschenverschlüsse geändert hatten, die nun in den Farben Blau und Weiß gehalten sind und damit in den Farben der israelischen Flagge.

Der Moderator der Sendung erklärte, es sei bekannt, »dass das Pepsi-Logo auf den Kappen und Flaschen diese Farben aufweist: rot, weiß und blau.« Im Libanon jedoch habe »Pepsi wieder einmal Ärger provoziert, nachdem die dortigen Vertreter des Unternehmens die Kappen gegen solche ausgetauscht haben, welche die Farben und das Muster der israelischen Flagge zeigen.« Zur Dokumentation verwies er auf ein Bild, das in den sozialen Medien geteilt wurde, und ließ einen der Aktivisten »das Problem« genauer erklären.

»Dies ist eine Pepsi-Flasche, die auf libanesischen Märkten verkauft wird«, sagte dieser und stellte anschließend die Frage, die Flagge welchen Landes es denn sei, welche die Farben Weiß und Blau trage. »Glauben Sie jetzt, dass Pepsi die Besatzung unterstützt?«

Er sei schockiert gewesen, als er diese neuen Pepsi-Flaschen sah, erzählte der Aktivist weiter. »Lassen Sie mich Ihnen etwas sagen: Schande über den Kunden, der ein Geschäft betritt und dieses Getränk kauft, Schande über die Geschäfte, die diese Flaschen von den Einzelhändlern annehmen, Schande über die Einzelhändler, welche die Ware von den Lieferanten nehmen, und vor allem Schande über die Fabrik, in der diese Flaschen abgefüllt und mit diesen Verschlüssen versehen werden.«

Alte Mär des vom Nil bis zum Euphrat

Die Wut im Libanon sei gewachsen, erläuterte der Moderator, und habe mittlerweile auch die Justiz erreicht. So habe ein Anwalt eine Klage gegen den Vertreter des Unternehmens im Libanon eingereicht, um Pepsi »wegen des Verbrechens des Schürens von Unruhe und Bürgerkrieg, wegen des Verstoßes gegen die Boykottgesetze gegen den israelischen Feind und wegen des Versuchs der Normalisierung der Beziehungen [mit Israel] zu verurteilen«.

Ein zweiter Aktivist verwies darauf, dass es auf den Verschlüssen nun auch »Linien über und unter [dem Pepsi-Logo] gibt. Das bedeutet vom [Nil] bis zum [Euphrat], genau wie ihre Flagge.« Auf die Nachfrage des Moderators, ob er das Design des Verschlusses so interpretiere, antwortet der Aktivist: »Absolut, es ist das gleiche gelobte Land, ich schwöre, Pepsi hat sich gescheut, den Davidstern auf [die Flaschen] zu setzen. Vielleicht werden wir morgen – bei der Schwäche, die wir bei einigen Leuten beobachten, Allah bewahre – sehen, dass sie [den Namen] ›Pepsi‹ fallen lassen und einen Davidstern auf die Verschlüsse setzen und das war’s dann.«

Abgesehen von dem generellen Irrsinn, in einer blau-weißen Verschlusskappe die israelische Fahne sehen zu wollen, ist diese in Wirklichkeit einem jüdischen Gebetsschal nachempfunden, was Antisemiten aber nicht daran hindert, immer wieder zu behaupten, die beiden blauen Streifen würden Euphrat und Nil darstellen und der jüdische Staat würde das Territorium zwischen diesen beiden Flüssen für sich beanspruchen.

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