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Israel und die Emirate: Ein wegweisender Schritt für den Nahen Osten

Der von Jared Kushner ausgearbeitete Friedensplan hat zu der Dynamik beigetragen, die zu Frieden zwischen Israel und den VAE geführt hat. (imago images/MediaPunch)
Der von Jared Kushner ausgearbeitete Friedensplan hat zu der Dynamik beigetragen, die zu Frieden zwischen Israel und den VAE geführt hat. (imago images/MediaPunch)

Trump, Kushner und Netanjahu haben aus dem Nichts Verhandlungsmasse geschaffen, die gegen Frieden mit den Emiraten eingetauscht wird.

Thomas L. Friedman, The New York Times

Ausnahmsweise muss ich Präsident Trumps Verwendung seines Lieblingsadjektivs zustimmen: „riesig“.

Die von der Trump-Administration vermittelte Vereinbarung, der zufolge die Vereinigten Arabischen Emirate die Beziehungen zu Israel normalisieren während der jüdische Staat im Gegenzug vorerst auf eine Annexion [von Teilen] des Westjordanlandes verzichtet, ist genau das, was Trump in seinem Tweet geschrieben hat: ein „RIESIGER Durchbruch“.

Schauen Sie sich einfach die Ergebnisliste an, und Sie sehen, wie sich diese Vereinbarung auf alle wichtigen Parteien in der Region auswirkt – wobei diejenigen im pro-amerikanischen Lager, die für einen moderaten Islam und für ein Ende des Konflikts mit Israel eintreten, am meisten profitieren, während diejenigen im radikalen pro-iranischen, anti-amerikanischen, pro-islamistischen Lager, die ewig gegen Israel kämpfen wollen, alle zunehmend isoliert im Regen stehen gelassen werden.

Das ist ein geopolitisches Erdbeben.

Um die Gründe dafür zu verstehen, müssen Sie mit der inneren Dynamik, beginnen, die zu diesem Abkommen geführt hat. Es waren Trumps Friedensplan, der von Jared Kushner ausgearbeitet wurde, und die Bereitschaft, daran festzuhalten, die tatsächlich die Grundlage für diesen Durchbruch schufen.

Der Kushner-Plan sah im Wesentlichen vor, dass Israel und die Palästinenser Frieden schließen sollen, wobei Israel rund 30 Prozent des Westjordanlandes, in denen sich die meisten seiner Siedler befinden, annektiert und die Palästinenser auf den anderen 70 Prozent einen entmilitarisierten Flickenteppichstaat errichten, dem noch einige israelische Landstriche zugeschlagen werden. (…)

Was Trump, Kushner, Prinz Mohammed bin Zayed, der de facto Führer der Emirate, und Netanjahu also taten, war, Zitronen in Limonade zu verwandeln, erklärt Itamar Rabinowitsch, einer der führenden israelischen Nahost-Historiker und ehemaliger Botschafter in Washington.

„Aus [dem Plan einer] israelische Annexion und der Schaffung eines palästinensischen Staats haben sie eine israelische Nicht-Annexion als Gegenleistung für Frieden mit den VAE gemacht“, sagt Rabinovich in einem Interview. Kushner habe „im Grunde Verhandlungsmasse aus dem Nichts geschaffen, die Israel dann gegen Frieden mit den VAE eintauschen konnte. Es war Frieden für Frieden, nicht Land für Frieden.“ (…)

Dieses Abkommen wird sicherlich die anderen Golfstaaten – Bahrain, Oman, Katar, Kuwait und Saudi-Arabien –, die alle verdeckte und offene Geschäfts- und Geheimdienstbeziehungen mit Israel unterhalten, ermutigen, dem Beispiel der Emirate zu folgen. Sie werden nicht zulassen wollen, dass die VAE die einzigen sind, die von der Verbindung ihres Finanzkapitals mit israelischer Cybertechnologie, Agrartechnologie und Gesundheitstechnologie profitieren und ihr Land stärker und wohlhabender machen können. (…)

Die großen geopolitischen Verlierer sind der Iran und alle seine Erfüllungsgehilfen: die Hisbollah, die irakischen Milizen, der syrische Präsident Baschar al-Assad, die Hamas, der Islamische Dschihad, die Huthis im Jemen und die Türkei. (…)

Ich verfolge den Nahen Osten zu lange, um jemals den Satz, „die Region wird nie wieder sein wie vorher“ zu schreiben. Die Kräfte des Sektierertums, des Tribalismus, der Korruption und der Pluralismus-Feindschaft sind tief verwurzelt. Aber es gibt auch andere Strömungen – junge Männer und Frauen, die das alte Spiel, die alten Kämpfe, die alten Wunden, die immer wieder geschürt werden, einfach satthaben. (…)

Die VAE, Israel und die USA haben am Donnerstag zumindest einen kurzen strahlenden Augenblick lang gezeigt, dass die Vergangenheit nicht immer der Zukunft im Weg stehen muss – und dass diejenigen, die auf Hass und Spaltung setzen, nicht immer gewinnen müssen.

(Auszüge aus dem Kommentar „A Geopolitical Earthquake Just Hit the Mideast“, der in der New York Times erschienen ist. Übersetzung von Florian Markl.)

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