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Israel unterhielt seit elf Jahren geheime Botschaft in Bahrain

Skyline von Manama, der Hauptstadt von Bahrain. (© imago images/Eibner)
Skyline von Manama, der Hauptstadt von Bahrain. (© imago images/Eibner)

Unter dem Namen „Zentrum für internationale Entwicklung“ betrieb Israel eine diplomatische Mission in Bahrains Hauptstadt Manama.

Aaron Reich, The Jerusalem Post

Obwohl die Unterzeichnung des Abraham-Abkommens die ersten offiziellen diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Bahrain bedeutet, unterhielt der jüdische Staat laut einem Bericht von Axios seit über einem Jahrzehnt eine geheime Botschaft in der bahrainischen Hauptstadt Manama.

Seit 11 Jahren hat Israel unter Verwendung einer Scheinfirma im Geheimen Diplomatie mit Bahrain betrieben. Die Existenz dieses geheimen diplomatischen Büros wurde jedoch unter Verschluss gehalten und ist erst vergangene Woche nach einem kurzen Bericht von KAN ans Licht gekommen.

Laut der Recherche über die mehr als zehn Jahre währenden geheimen diplomatischen Beziehungen zwischen Israel und Bahrain wurde 2007-2008 bei einer Reihe von Treffen zwischen dem bahrainischen Außenminister Khaled bin Ahmad Al Khalifa und seiner damaligen israelischen Amtskollegin Tzipi Livni die Idee einer geheimen diplomatischen Mission geboren. Der Entscheidung, diese in Manama zu eröffnen, war nach Angaben israelischer Sicherheitsbeamter die Schließung einer israelischen Mission in Katar vorausgegangen.

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Dem Bericht zufolge wurde die Niederlassung am 13. Juli 2009 unter dem Namen der Scheinfirma „Zentrum für internationale Entwicklung“ registriert; der Name wurde inzwischen geändert, ihr gegenwärtiger Name bleibt geheim. In bahrainischen Aufzeichnungen wurde die Firma als ein Unternehmen registriert, das Marketing-, Werbe- und Investitionsdienstleistungen anbietet, und auf ihrer Website wurde erklärt, sie sei ein Berater für westliche Unternehmen, die an Nicht-Öl-Investitionen in der Region interessiert seien. Darüber hinaus rühmte sich die Website eines starken Netzwerks von bahrainischen und regionalen Kontakten.

Wie alle Unternehmen hatte auch das „Zentrum für Internationale Entwicklung“ Mitarbeiter. Die Beschäftigungskriterien waren jedoch extrem eng gefasst: Es waren ausschließlich israelische Diplomaten mit doppelten Staatsbürgerschaften. Dies lässt sich an einigen seiner Anteilseigner und Vorstandsmitglieder ablesen. Einer der in den öffentlichen Unterlagen angeführten Aktionäre, Brett Jonathan Miller, ist Südafrikaner, später wurde er zum israelischen Generalkonsul in Mumbai ernannt. Ein weiterer Aktionär war der belgische Staatsbürger Ido Moed, der derzeit als Cyber-Koordinator im Außenministerium tätig ist. Sogar der letzte CEO war ein diplomatischer Offizier, obwohl seine Identität bis auf die Tatsache, dass er amerikanischer Staatsbürger war, geheim bleibt. Er wurde erst 2018 ernannt und ist vor kurzem abgelöst worden.

Um die Fassade aufrecht zu erhalten, hatten alle beteiligten Diplomaten erfundene Biographien, mit denen sie auf der populären Business- und Netzwerkplattform LinkedIn vertreten waren.

(Aus dem Artikel „Israel had a secret embassy in Bahrain for 11 years – report“, der in der Jerusalem Post erschienen ist. Übersetzung von Florian Markl.)

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