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Israel: Milliardenplan zur Entwicklung beduinischer Gemeinden

Siedlung israelischer Beduinen im Negev
Siedlung israelischer Beduinen im Negev (© Imago Images / agefotostock)

Um die sozialen und sozioökonomischen Bedingungen der in Israel lebenden Beduinen zu verbessern, setzt die Regierung ein neues Investitionsprogramm um.

Das israelische Kabinett verabschiedete vergangene Woche einen 1,4 Mrd. Euro teuren Fünfjahresplan für die Entwicklung beduinischer Gemeinden im Land. Der Plan ist Teil einer größeren Entwicklungsinitiative für arabische Israelis und baut auf dem 840 Mio. Euro umfassenden Fünfjahresplan auf, der 2021 ausgelaufen ist.

Durchgeführt wird er von der Abteilung für die sozioökonomische Entwicklung der beduinischen Gemeinschaft gemeinsam mit verschiedenen Ministerien. Er beinhaltet eine Reihe von Aktivitäten, die von Arbeitsmarkt- und Infrastrukturinitiativen bis zu Jugend- und Ausbildungsprogrammen reicht.

Die Experten, die den Plan ausgearbeitet haben, erklärten gegenüber der israelischen Tageszeitung Haaretz, dass er »aus der Notwendigkeit heraus geboren wurde, die sozioökonomische Widerstandkraft« der Beduinen in Israel zu stärken, um so die »signifikante Lücke« zwischen ihnen und dem Rest der Gesellschaft zu schließen.

Um diese Lücke zu schließen, beinhaltet das Budget des Fünfjahreplans Investitionen in Humankapital, Geschäftserweiterung sowie technologische Entwicklung für kleine und mittlere Betriebe, die Planung industrieller Zonen und den Ausbau der Landwirtschaftsinfrastruktur, die Verbesserung der Hebräisch-Kenntnisse im Wirtschaftsbereich sowie die generelle Verringerung der Arbeitslosigkeit.

Der Tourismus in beduinischen Gemeinden soll ebenso gefördert werden wie der Ausbau der Kindertagesbetreuung, um Frauen den leichteren Zugang zum Arbeitsmarkt zu ermöglichen. Jugendlichen soll der Zugang zu höherer Bildung erleichtert, neue Kindergärten und Schulen gebaut und der Ausbildungsgrad des Lehrpersonals verbessert werden.

Die lokalen Verwaltungsbehörden sollen gestärkt und Servicezentren in den kürzlich offiziell anerkannten beduinischen Gemeinden Rahma, Abda und Hashem Zana errichtet werden. Diese Servicecenter sollen auch den Bewohnern bislang noch nicht anerkannter Siedlungen offenstehen, die den offiziell anerkannten Orten angeschlossen werden sollen, wobei auch Straßenverbindungen zu den Centern gebaut werden sollen.

Generell sollen Straßen- und öffentliche Verkehrsnetze erweitert und ausgebaut werden. Der Plan enthält auch ein Umweltprogramm sowie den Ausbau der Wasser- und Abwasserinfrastruktur.

Das Sozialhilfesystem soll ebenso verbessert werden wie die Gesundheitsversorgung, um auch in diesen Bereichen die Lücke zu schließen, die zwischen der beduinischen Bevölkerung und dem großen Rest der israelischen Gesellschaft noch immer besteht. Die Erteilung von Baugenehmigungen in anerkannten Gemeinden wird erleichtert, um Anreize für Bewohner nicht anerkannter Siedlungen zu schaffen, in die bestehenden Ortschaften zu ziehen.

Jugendliche aus der beduinischen Gemeinschaft sollen animiert werden, Berufe bei der israelischen Polizei zu ergreifen, um so intern bei der Bekämpfung der ausufernden Gewalt in vielen Gemeinden mithelfen zu können. Auch Gewaltpräventionsprogramme sollen implementiert werden, ebenso wie Programme zur Integration straffällig gewordener Jugendlicher und junger Erwachsener.

Hoda Abu Obayed vom Negev Coexistence Forum for Civic Equality sagte, die Notwendigkeit dieses neuen Plans zeige, dass die beiden vorangegangenen das selbstgesteckte Ziel, die Lücke zwischen der beduinischen und der restlichen Gesellschaft zu schließen, nicht wie geplant erreichen konnten.

»Beduinische Frauen im Negev sollten die hauptsächliche Zielgruppe des neuen Vorhabens sein, weil sie jene sind, die am meisten von Arbeitslosigkeit betroffen sind. Arbeitsbedingungen, öffentlicher Verkehr und Tagesbetreuungszentren sollten an ihre Bedürfnisse angepasst werden.«

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