Der bisherige Ministerpräsident Naftali Bennett wird bei der nächsten Parlamentswahl, die im November stattfinden wird, nicht mehr antreten.
Nach nur kaum einem Jahr Regierungszeit ist Ministerpräsident Naftali Bennett schon wieder politische Geschichte. In einer TV-Ansprache am Mittwochabend gab der 50-Jährige ohne Angabe von Gründen bekannt, sich komplett aus der Politik zurückziehen zu wollen. Der von ihm geführte Vorsitz der rechten Jamina-Partei geht auf die derzeitige Innenministerin Ajelet Schaked über.
Mittlerweile steht auch der Termin für die Neuwahl des Parlaments fest: Am 11. November wird die insgesamt fünfte Wahl in weniger als vier Jahren abgehalten. Bis dahin wird Außenminister Jair Lapid das Regierungsamt übernehmen.
Der Wechsel von Bennett zu Lapid als Premierminister hätte nach dem vereinbarten Rotationsprinzip auf jeden Fall stattgefunden. In der Zwischenzeit hat Bennett das Amt des stellvertretenden Ministerpräsidenten inne. Für die Auflösung der Knesset und damit der Acht-Parteien-Koalition von Naftali Bennett votierten ohne Gegenstimme 92 Abgeordnete.
»Der Staat Israel ist die Liebe meines Lebens«, erklärte der scheidende Ministerpräsident in seiner TV-Rede, bei der er auch seine politischen Gegenspieler dazu aufforderte, zusammenzuarbeiten und sich gegenseitig zu respektieren. »Nur gemeinsam können wir gewinnen.« – Bennett selbst hat jedoch verloren.