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Israelische Regierung beschließt Anerkennung des Völkermords an den Armeniern

Armenier in Israel demonstrieren für Anerkennung des Völkermords
Armenier in Israel demonstrieren für Anerkennung des Völkermords (© Imago Images / ZUMA Press Wire)

Das Kabinett unterstützt die Anerkennung der Massenmorde aus der Zeit des Osmanischen Reiches und beendet damit Jahre der Zurückhaltung gegenüber türkischen Befindlichkeiten.

Die Regierung hat am Sonntag einstimmig den Vorschlag von Außenminister Gideon Sa’ar zur Anerkennung des Völkermords an den Armeniern gebilligt. Die stellt einen historischen Schritt dar, der die ohnehin schon angespannten Beziehungen zur Türkei voraussichtlich weiter verschlechtern wird. »Es ist nie zu spät, das Richtige zu tun«, sagte Sa’ar bei der Kabinettssitzung.

In der Resolution heißt es, »aufgrund von moralischer und historischer Verpflichtung« erkenne Israel den Völkermord an, der in den letzten Jahren des Osmanischen Reiches am armenischen Volk begangen wurde. Außerdem wird darin dazu aufgerufen, die Leugnung, Verharmlosung oder Verfälschung der historischen Wahrheit über die Ereignisse zu verurteilen.

Kurswechsel

Israel hatte eine formelle Anerkennung lange Zeit vermieden, unter anderem aus Sorge um die Beziehungen zur Türkei und zu Aserbaidschan. Die Türkei lehnt die Bezeichnung »Völkermord« ab, während Aserbaidschan – ein strategischer Partner Israels, der an den Iran grenzt und enge Rüstungsbeziehungen zu Jerusalem unterhält – sich ebenfalls gegen eine Anerkennung des Genozids ausgesprochen hat.

In den Erläuterungen zur israelischen Resolution heißt es, der Völkermord habe im April 1915 mit der Verhaftung, Deportation und Ermordung armenischer Intellektueller und Führungspersönlichkeiten in Konstantinopel begonnen. Darin wird beschrieben, dass die osmanischen Behörden anschließend systematisch gegen die armenische Bevölkerung vorgingen, indem sie Männer töteten, die zur Zwangsarbeit geschickt wurden, und Frauen, Kinder und ältere Menschen auf Todesmärsche in die syrische Wüste deportierten.

Dem Text zufolge wurden etwa 1,5 Millionen Armenier getötet und ein jahrhundertealtes kulturelles und historisches Erbe in Anatolien zerstört. Außerdem heißt es, dass der Völkermord an den Armeniern trotz umfangreicher historischer Belege weiterhin Gegenstand einer organisierten Leugnungskampagne sei, insbesondere seitens der Türkei. In dem Vorschlag wird darauf hingewiesen, dass 32 Länder den Völkermord auf verschiedene Weise anerkannt haben.

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