Im Mena-Talk wirft der Publizist Eren Güvercin den großen Moscheeverbänden in Deutschland vor, antisemitische Narrative nach dem 7. Oktober 2023 zu verstärken, anstatt ihnen entgegenzutreten.
Wie der Journalist und Mitbegründer der liberalen muslimischen Alhambra-Gesellschaft Eren Güvercin erklärt, hätten die Hamas-Massaker vom 7. Oktober 2023 eine Zäsur ausgelöst: In fast allen muslimischen Milieus habe die Feindseligkeit gegen Israel und Juden dramatisch zugenommen.
Besonders scharf kritisiert Güvercin die großen deutschen Moscheeverbände wie DITIB, IGMG oder den Zentralrat der Muslime: Anstatt die Hamas klar als Terrororganisation zu benennen, hätten sie mit relativierenden Stellungnahmen reagiert: »Diese Verbände sind nicht Teil der Lösung, sondern Teil des Problems.« Als weiteres Risiko sieht er bestimmte islamistische Netzwerke in den sozialen Medien. Trotz Verbots erreiche etwa Hizb ut-Tahrir über TikTok oder Instagram Hunderttausende junge Muslime mit radikalen und antisemitischen Botschaften.
Güvercin fordert deshalb einen Kurswechsel in der Religionspolitik: Der Islam in Deutschland müsse unabhängig von Ankara und Teheran, welche die sunnitischen und schiitischen Verbände in Deutschland dominieren, eine eigene Identität entwickeln. Nur ein hier verankerter Islam könne eine Radikalisierung zurückdrängen. Parallel dazu müsse der Rechtsstaat härter gegen Islamisten vorgehen und zugleich ein demokratisches Gegenmodell fördern.






