Durch die Schwächung des Iran geriet der Islamische Dschihad in eine Zwickmühle: einerseits darf er seinen Patron nicht verärgern, andererseits muss er nach neue Schutzmächte Ausschau halten.
Die in Teil eins beschriebene Ausrichtung des Palästinensischen Islamischen Dschihads (PIJ) auf den Iran scheint sich unter Ziyad al-Nakhalah (geb. 1953 in Gaza), der am 28. September 2018 Generalsekretär wurde, nachdem Ramadan Shallah zuvor mehrere Schlaganfälle erlitten hatte, noch weiter verfestigt zu haben.
Al-Nakhalah, der in Damaskus ansässig ist, galt im Allgemeinen als dem Iran näherstehend als sein Vorgänger und pflegte enge Beziehungen zu iranischen Führern und solchen von der Hisbollah. Er war auch gut mit Qassem Soleimani vernetzt, dem Kommandeur der Quds-Brigaden der Revolutionsgarde (IRGC), der bis zu seiner Tötung im Januar 2020 eine zentrale Rolle bei der Unterstützung des Gazastreifens spielte. Seit seinem Amtsantritt hat al-Nakhalah zudem die externe Diplomatie des PIJ über die Achse hinaus erweitert: Er leitete auf Einladung des russischen Außenministeriums die erste offizielle Delegation der Bewegung nach Moskau und war seither mehrfach dort.
Die Ära Ziyad al-Nakhalah
Seit 2018 koordinierte der PIJ einige Operationen gegen Israel gemeinsam mit der Hamas und etwa zehn weiteren militanten Fraktionen über Gazas »gemeinsamen Operationsraum«, zu dem zeitweise auch die bewaffneten Flügel säkularer Gruppen wie der Fatah, der Volksfront für die Befreiung Palästinas (PFLP) und der DFLP gehörten. Dennoch handelte der PIJ auch häufig eigenständig.
Ein Beispiel dafür war der November 2019, als Israel den hochrangigen PIJ-Kommandeur Baha Abu al-Ata in Gaza tötete, nachdem es zu dem Schluss gekommen war, dass er unmittelbar bevorstehende Terroranschläge plante. Die anschließende IDF-Operation Black Belt wurde ausschließlich gegen den PIJ geführt, während die Hamas sich heraushielt. Im Zuge dieser Eskalation präsentierten die al-Quds-Brigaden die lokal produzierte Boraq-120-Rakete, die nach eigenen Angaben eine Reichweite bis zu hundertzwanzig Kilometer hatte und damit erstmals tiefer in Israel eindringen konnte, bis hin zu Städten wie Ra’anana und Herzliya.
»Ich bin stolz, sagen zu können, dass die Raketen, die Tel Aviv treffen, eine iranische Handschrift tragen«, erklärte der PIJ-Funktionär Ramez al-Halabi während der von Israel »Operation Guardian of the Walls« genannten Kämpfen im Mai 2021 und verknüpfte den Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen offen mit iranischer Unterstützung. In den elftägigen Auseinandersetzungen griffen der Palästinensische Islamische Dschihad und die Hamas wiederholt den Raum Tel Aviv an mit zum Teil beispiellosen Salven, die ihren Höhepunkt in einem Massenbeschuss mit 137 Raketen in fünf Minuten fanden.
Unter Tayseer al-Jabari, dem ranghohen Kommandeur der al-Quds-Brigaden, der Baha Abu al-Ata nachfolgte, wurde dem Islamischen Dschihad ein ungewöhnlich intensiver Raketenbeschuss zugeschrieben. Israel griff in dieser Zeit auch die Raketen- und Kommandostruktur des PIJ an und tötete unter anderem den Chef des PIJ-Raketenarsenals, Samah Abd al-Mamlouk, und den Kommandeur der Nord-Gaza-Brigade, Hussam Abu Harbid.
In den 2020er-Jahren begann der PIJ, in Abstimmung mit Teheran lokale militante Bataillone im nördlichen Westjordanland mit Schwerpunkt auf Dschenin, Tulkarm, Nur al-Shams und Nablus aufzubauen. Diese Einheiten zogen Hunderte bewaffnete Kämpfer an, darunter auch Angehörige anderer Fraktionen. Von Ende 2021 bis ins Jahr 2022 hinein half die PIJ-Führung im Westjordanland unter Bassam al-Saadi dabei, Dschenin zu einem bedeutenden Terrorzentrum zu machen, die Kräfte der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA) zu verdrängen und die Anschlagswelle des Jahres 2022 zu befeuern – eine der größten seit der zweiten Intifada. Israel reagierte mit der Operation Break the Wave und führte wiederholt Razzien in Dschenin durch. Am 2. August 2022 verhafteten die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) und der israelische Inlandsgeheimdienst Shin Bet Bassam al-Saadi.
Kriege gegen Israel
Diese Festnahme bereitete den Boden für die darauffolgende dreitägige Konfrontation. Israel begann die Operation Breaking Dawn im Gazastreifen mit der gezielten Tötung des Kommandeurs Tayseer al-Jabari der Nord-Gaza-Brigade. Der Kommandeur für den südlichen Sektor, Khaled Mansour, wurde kurz darauf ebenfalls getötet wie weitere hochrangige Figuren, darunter Mansours Stellvertreter, Ziyad al-Mudallal, und der Kommandeur der Rafah-Brigade, Khattab al-Amassi. Während dieser Runde feuerte der Islamische Dschihad etwa 1.100 Raketen auf Israel ab – ein Beleg für die Fähigkeit des iranischen Stellvertreters, massiven Raketenbeschuss zu generieren, selbst wenn die Hamas sich heraushielt.
Die nächste größere Konfrontation zwischen dem Islamischen Dschihad und Israel erfolgte im Mai 2023. Die Hamas hielt sich erneut weitgehend zurück und ließ den PIJ die Eskalation austragen sowie die Schläge einstecken – ein Ansatz, der rückblickend auch zur breiteren Logik der Hamas passte, Kräfte für das Massaker vom 7. Oktober jenes Jahres zu schonen.
Am 9. Mai 2023 begannen die IDF die Operation Shield and Arrow nach einem Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen und einer von Israel als PIJ-gesteuert beschriebenen Terroraktivität im Westjordanland. Der Islamische Dschihad stellte seinen Raketenbeschuss als Vergeltung für den Tod von Khader Adnan am 2. Mai 2023 nach einem 86-tägigen Hungerstreik dar. Adnan war im Westjordanland zur sichtbarsten Symbolfigur des PIJ geworden und international bekannt dafür, Hungerstreiks in politisches Theater zu verwandeln.
Israel griff gezielt die oberste Kommandoschicht der Terrorgruppe an. Zu den früh Getöteten gehörten Khalil al-Bahtini, der Nord-Gaza-Kommandeur und verantwortlich für Raketenabschüsse, Tareq Ezz al-Din, der als vom Gazastreifen agierender Lenker von PIJ-Aktivitäten im Westjordanland beschrieben wurde, sowie Jihad Ghanam, der Sekretär des PIJ-Militärrats. Israel tötete letztlich sechs hochrangige PIJ-Führer und beschädigte zentrale Einrichtungen der Organisation.
Operation Al-Aqsa-Flut
Im September 2023 traf sich al-Nakhalah im Libanon mit dem Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah, dem hochrangigen Hamas-Funktionär Saleh al-Arouri und dem stellvertretenden Generalsekretär der PFLP, Jamil Mezher. Israelische Medien deuteten diese Zusammenkunft als Anzeichen einer bevorstehenden Eskalation im Gazastreifen oder im Westjordanland.
Am 7. Oktober 2023 beteiligte sich der Palästinensische Islamische Dschihad dann an dem Operation Al-Aqsa-Flut genannten Massaker in Südisrael: Nachdem die Hamas die Grenzbarriere durchbrochen hatte, folgten Berichten zufolge Stunden später PIJ-Terroristen und behaupteten danach, rund dreißig Geiseln in den Gazastreifen gebracht zu haben.
Im Oktober 2023 lobten iranische Führer den PIJ für seine Beteiligung am Angriff auf Israel. »Was in den besetzten Gebieten und im Kampf mit dem usurpierenden zionistischen Regime geschehen ist, war ein gewaltiges, einzigartiges Ereignis der vergangenen siebzig Jahre. Mit dieser innovativen und siegreichen Operation habt ihr die islamische Gemeinschaft wirklich glücklich gemacht«, sagte Präsident Raisi in einem Telefonat mit Nakhalah. »Wir betrachten den endgültigen Sieg der palästinensischen Nation als göttliche Verheißung. Die iranische Nation steht stets an der Seite der freiheitsliebenden und unabhängigen Nationen und an ihrer Spitze steht die palästinensische Nation.«
Während des Operation Iran Swords genannten Kriegs dezimierte Israel die Fähigkeiten und die Infrastruktur des PIJ im Gazastreifen, im Westjordanland und sogar in dessen externem Netzwerk kontinuierlich. In der Küstenenklave wurden im Laufe der Zeit hochrangige Funktionäre ausgeschaltet, die mit Operationen und Raketenbeschuss verbunden waren, darunter Kommandeure des nördlichen Gazastreifens, der Zentrallager und des Raketenarsenals, während ein IDF-Schlag in Damaskus auch einen PIJ-Funktionär traf, der als verantwortlich für die Auslandsbeziehungen der Gruppe galt. Im Westjordanland sah sich der PIJ wiederholten Razzien und gezielten Schlägen ausgesetzt. 2025 wurde mit dem Tod seines Militärsprechers Abu Hamza auch sein öffentliches Erscheinungsbild getroffen.
Anfang 2026 wurde Ali al-Raziana, der Kommandeur der Nord-Gaza-Brigade, getötet. Er war für die Koordination mit der Hamas und dem Festhalten von Geiseln verantwortlich.
Doch selbst danach verschwand der PIJ aus dem Gazastreifen nicht und ist aktuell noch immer aktiv, wenn auch stark dezimiert. Die Organisation verfügt über kleine operative Zellen und Reste von Kommandostrukturen, auch wenn sie bei Weitem nicht mehr mit ihrer früheren Stärke operiert. Die Zahlen bleiben naturgemäß unsicher, eine vorsichtige aktuelle Schätzung für den Gazastreifen geht von ungefähr 2.000 bis 5.000 Kämpfern oder bewaffneten Operateuren aus.
Wie die Hamas hat auch der Palästinensische Islamische Dschihad über die Jahre hinweg gezeigt, dass er sich wieder aufbauen kann, wenn Raum, Ressourcen und externe Unterstützung dies zulassen. Im Laufe der Zeit hat er sich zudem von jener Haltung entfernt, mit der er der Muslimbruderschaft einst ihre starke Konzentration auf Sozialarbeit vorwarf, und neben seinem militanten Zweig eine eigene soziale und religiöse Infrastruktur entwickelt.
Mit dem PIJ verbundene Netzwerke kontrollieren Dutzende religiöser Organisationen und arbeiten über Moscheen, Schulen und medizinische Einrichtungen, die kostenlose Dienstleistungen anbieten. Die Bewegung investierte außerdem in Jugendarbeit durch Sommerlager, in denen Kinder in uniformartige Kostümen gesteckt wurden, Kampfroutinen nachahmten und antiisraelische Slogans skandierten, wobei sie sogar davon sprachen, sich als Selbstmordattentäter in die Luft zu sprengen, um »Zionisten« zu töten. Dies zeigt, wie die soziale Arbeit des PIJ zugleich als frühe ideologische Konditionierung und als Instrument organisatorischen Überlebens dienen kann.
2024 signalisierte der PIJ die Bereitschaft, Selbstmordanschläge innerhalb Israels wieder als Option aufzugreifen. Der demonstrativste Fall war der gescheiterte Anschlag in der Lehi Street in Tel Aviv am 18. August, als ein Sprengsatz vorzeitig detonierte, der den Attentäter tötete und einen Passanten verletzte. Zu dem Anschlag bekannten sich die bewaffneten Flügel der Hamas und des PIJ, wobei der Shin Bet später erklärte, der Anschlagsplan sei von der in der Türkei ansässigen Hamas-Zentrale geplant und gesteuert worden.
Verbündete brechen weg
In Syrien erhöhte Israel den Druck auf den PIJ bereits vor dem Zusammenbruch der Regierung von Baschar al-Assad im Dezember 2024. Im Januar 2024 zielten israelische Luftangriffe auf ein Gebäude in Damaskus, in dem sich al-Nakhalah mutmaßlich aufhielt; tatsächlich war er nicht anwesend. Am 13. März 2025 griffen die IDF ein Wohnhaus im Dummar-Viertel von Damaskus an, das nach ihren Angaben als PIJ-Hauptquartier in Verbindung mit al-Nakhalah diente. Das Haus war leer, doch eine Person wurde Berichten zufolge getötet.
Nach Assads Sturz verstärkte sich der Druck weiter: Syriens neue Behörden verhafteten im April 2025 den PIJ-Vertreter Khaled Khaled und seinen Stellvertreter Abu Ali Yasser. Damaskus war nicht nur eine Briefkastenadresse, sondern ein zentraler Knoten, der Teheran über Syrien und die libanesische Hisbollah mit dem Gazastreifen verband – und Assads Sturz zerschlug diesen Korridor faktisch.
Als die syrische Route zunehmend umkämpft wurde, bekannte sich al-Nakhalah öffentlich noch stärker zum Iran, reiste im Februar 2025 nach Teheran und pries den Iran als »Heimat des Widerstands«.
Da Ali Khamenei ebenso wie der Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah und der Generalstabschef der Huthi, Muhammad al-Ghamari, getötet wurden und die oberste Führung der Hamas wiederholt ausgeschaltet wurde, sticht al-Nakhalah als einer der wenigen langgedienten Führer der »Widerstandsachse« hervor, der noch am Leben ist. Es heißt, al-Nakhalah habe sich in den vergangenen Monaten zwischen Doha und Kairo bewegt, ebenso wie sein Stellvertreter Muhammad al-Hindi, der neben Katar und Ägypten auch die Türkei als Aufenthaltsort nutzte. Dabei sollen sich die beiden in Ägypten mit Vertretern des ägyptischen Generalgeheimdienstes getroffen haben, um Fragen im Zusammenhang mit dem Gazastreifen zu erörtern.
Quellen zufolge hatten al-Nakhalah und mehrere PIJ-Führer, insbesondere Akram al-Ajouri, der für den militärischen Flügel verantwortlich ist, im Iran sowie in Hauptstädten der Region, vor allem in Beirut, sichere Zufluchtsorte gefunden, bevor sie sich Katar annäherten und ihre Beziehungen zu Ägypten ausweiteten.
Operation Roaring Lion/Epic Fury
Nach den amerikanisch-israelischen Angriffen auf den Iran am 28. Februar, bei denen der Oberste Führer Ali Khamenei getötet wurde, veröffentlichte der Palästinensische Islamische Dschihad eine Trauererklärung, in der Khamenei als Stütze der »Achse des Widerstands« bezeichnet und für seine langfristige Unterstützung der palästinensischen Terrorgruppen gelobt wurde. Der PIJ stellte Khameneis Tod als eine Front in einem größeren Kampf gegen das »zionistisch-amerikanische Projekt« dar, beschuldigte Washington und seine Partner, nach regionaler Hegemonie zu streben und bekräftigte Irans »Recht auf eine Antwort«.
Der Palästinensische Islamische Dschihad betonte die Koordination und Solidarität im gesamten iranisch gestützten Netzwerk – vom Gazastreifen und dem Libanon bis in den Irak, den Jemen und darüber hinaus – und projizierte damit eine ideologische Geschlossenheit im »Widerstandslager«. Doch trotz aller Lobpreisung des »bewaffneten Kampfes« und der Ablehnung einer Normalisierung mit Israel enthielt die Erklärung, wie auch jene der Hamas, keine konkrete Ankündigung einer bestimmten Vergeltungsoperation.
Gleichzeitig deuten Berichte darauf hin, dass der Krieg die Mechanik der Patronage gestört hat: Quellen meinten gegenüber der saudischen Tageszeitung Asharq al-Awsat, die für die Palästinenser zuständigen IRGC-Funktionäre hätten den Kontakt zur Hamas und zum PIJ verloren, während PIJ-Funktionäre über immer weniger sichere Zufluchtsorte sowie immer schwierigere Bewegungsmöglichkeiten für ranghohe Führer berichteten.
Der Palästinensische Islamische Dschihad zögert, sich dem Krieg anzuschließen, nicht nur, weil er geschwächt ist, sondern auch, weil innerhalb der Organisation die Enttäuschung über den Iran gewachsen ist. Viele Mitglieder haben das Gefühl, Teheran hätte zwar den Angriff vom 7. Oktober 2023 auf Israel gelobt, den Gazastreifen dann aber weitgehend allein gelassen, ohne mit einer koordinierten Intervention in den Krieg einzugreifen.
Der PIJ muss zudem seine Rhetorik sorgfältig austarieren. Er gratulierte Mojtaba Khamenei zu dessen Ernennung zum Obersten Führer, während gleichzeitig mit einer solchen Positionierung sein regionaler Spielraum in jenen Ländern schrumpft, die aktuell Teile seiner Führung beherbergen. Spricht er sich zu eindeutig für Teheran aus, riskiert er, arabische Gastgeber zu verprellen, die selbst Ziel iranischer Angriffe geworden sind. Schweigen wiederum wirkt illoyal gegenüber seinem immer noch wichtigsten Patron. Anders als die Hamas, die den Iran kürzlich aufgefordert hat, keine Nachbarstaaten anzugreifen, ist der PIJ in dieser Frage öffentlich stumm geblieben.
Wie weiter?
Währenddessen übt Israel auch im Libanon weiterhin Druck auf den PIJ aus. Anfang März erklärten die IDF, den Kommandeur des Libanon-Ablegers in Beirut getötet zu haben; andere Berichte verwiesen auf weitere Angriffe auf die dortige palästinensische Terrorinfrastruktur.
In der Vergangenheit feuerte der Palästinensische Islamische Dschihad periodisch Raketen aus libanesischem Territorium auf Israel ab, während die Hisbollah zunächst versuchte, sich zu distanzieren und jede Beteiligung als rein »defensiv« darzustellen. Im gegenwärtigen Krieg ist diese Haltung allerdings weitgehend gefallen: Die Hisbollah ist voll engagiert und feuerte am 11. März in einer einzigen Salve rund hundert Raketen auf Nordisrael ab – ein Angriff, den israelische Einschätzungen als einen der größten in dieser Phase beschreiben und der klar darauf abzielte, Israels Luftverteidigung durch bloße Masse zu belasten.
Das offensichtliche Ziel der Hisbollah ist es, die Aufmerksamkeit vom Iran abzulenken, indem sie Israel tiefer in die Libanonfront hineinzieht in der Hoffnung, Israel werde im Feldzug gegen den Iran »den Fuß vom Gas nehmen«. Zugleich testet sie, ob sie ein neues Gleichgewicht erzwingen kann, durch das Israels Durchsetzungspolitik im Libanon faktisch endet. Sollte Israel dies zurückweisen, deutet die Logik auf eine ernste Eskalation hin.
Jan Kapusnak ist Politikwissenschaftler und freier Autor in Tel Aviv. Er schreibt regelmäßig über den Nahen Osten, Israel und geopolitische Fragen.






