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Isfahan: Iranische Bauern demonstrieren gegen Khamenei

Das ausgetrocknete Flussbett des Zayandeh Rud in der iranischen Stadt Isfahan
Das ausgetrocknete Flussbett des Zayandeh Rud in der iranischen Stadt Isfahan (© Imago Images / JOKER)

Bei Protesten gegen die Wasserknappheit in Isfahan buhen die Demonstranten die Führung der Islamischen Republik aus und wenden sich gegen deren Hamas-Unterstützung.

Benjamin Weinthal, Jerusalem Post

Bei einer großen Demonstration in der iranischen Stadt Isfahan, die sich am Freitag gegen die sich verschlechternden wirtschaftlichen Bedingungen und die Wasserknappheit richtetet, gab es Buhrufe gegen den Obersten Führer des Landes, Ali Khamenei. Außerdem wurde Widerspruch gegen die pro-palästinensische Politik des Irans im von der Hamas kontrollierten Gazastreifen geäußert.

Die in London ansässige Nachrichtenorganisation Iran International zeigte Videoaufnahmen von Iranern, die ihre Abneigung gegen Khameneis Regime und die Kleriker, die den theokratischen Staat regieren, zum Ausdruck bringen.

Das Video „zeigt Demonstranten, die buhen, als der Sprecher Ali Khamenei Gesundheit wünscht“, twitterte Iran International und fügte in einem zweiten Tweet hinzu:

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„Tausende Iraner haben sich der Protestversammlung der Bauern am trockenen Bett des Zayandeh Roud angeschlossen, um ihrem Ärger Ausdruck zu verleihen, nachdem der lebenswichtige Fluss der Stadt ausgetrocknet ist. Aufnahmen zeigen, wie die Demonstranten Slogans gegen die Behörden und die im Iran herrschenden Kleriker skandieren.“

Iran International berichtete außerdem, dass „am zweiten Jahrestag der brutalen Niederschlagung der Proteste von 2019 durch die Islamische Republik ein Bürger von Isfahan das Straßenschild ‚Märtyrer von Gaza‘ in ‚Märtyrer des November 2019‘ geändert hat.

Das iranische Regime ermordete laut Reuters schätzungsweise 1.500 Iraner während der gegen die steigenden Benzinpreise und gegen die wirtschaftliche und politische Korruption im Mullah-Staat gerichteten Proteste 2019.

Wie das staatliche Fernsehen berichtete, versammelten sich am Freitag in der Stadt Isfahan Tausende iranische Landwirte und ihre Unterstützer zu einem großen Protest gegen die Wasserknappheit in der von Dürre geplagten Region.

„Lasst Isfahan wieder atmen, belebt den Zayandeh Rud“, skandierten einige der Demonstranten in einem Video, das in den sozialen Medien veröffentlicht wurde, während sich die Menge im trockenen Flussbett versammelte, wo die protestierenden Bauern eine Zeltstadt errichtet hatten.

„Unsere Kinder wollen Wasser, damit sie Nahrung für Eure Kinder produzieren können“, stand auf einem Schild, das eine Frau trug.

Der iranische Energieminister entschuldigte sich für die Wasserknappheit. „Ich entschuldige mich bei allen unseren lieben Landwirten und schäme mich dafür, dass wir nicht in der Lage waren, das für ihre Ernte benötigte Wasser bereitzustellen. Ich hoffe, dass wir diese Unzulänglichkeiten in den nächsten Monaten mit Gottes Hilfe überwinden können“, sagte Ali Akbar Mehrabian im staatlichen Fernsehen.

Die Bauern in der Provinz Isfahan protestieren seit Jahren gegen die Umleitung von Wasser aus dem Fluss Zayandeh Rud zur Versorgung anderer Gebiete, wodurch ihre Höfe trocken liegen und ihre Existenz bedroht ist. Eine Pipeline, die Wasser in die Provinz Yazd leitet, wurde iranischen Medien zufolge wiederholt beschädigt.

Während sich die Medienberichte auf die wirtschaftlichen Aspekte der Proteste in Isfahan konzentrierten, stellen Iranexperten fest, dass die Massendemonstration eine Botschaft ist, dass die Iraner die Legitimität der Islamischen Republik ablehnen.

(Aus dem Artikel Iranians boo Khamenei at protest and disavow Hamas in Gaza, der in der Jerusalem Post erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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