IS-Zugehörigkeit: Tausende Kinder im Irak gefoltert

„Die irakischen Behörden – sowohl der Regierung in Bagdad als auch der Kurdischen Regionalregierung KRG in Erbil – haben mehr als tausend Kinder wegen ihrer angeblicher IS-Zugehörigkeit angeklagt. Diese Behörden wenden oft Folter an, um so die verwundbaren Minderjährigen zur Unterzeichnung von Geständnissen zwingen, sagte Human Rights Watch (HRW) am Mittwoch. In seinem Bericht: ‚Jeder muss gestehen: Misshandlungen gegen Kinder, die der IS-Mitgliedschaft im Irak verdächtigt werden‘, sagte HRW, dass Ende letzten Jahres sowohl Bagdad als auch Erbil 1.500 Kinder wegen angeblicher IS-Mitgliedschaft oder Verbindung zum IS inhaftiert hätten. Laut der internationalen Beobachtergruppe, wurden viele dieser Kinder in eilig einberufenen Gerichtsverfahren vorgeladen und vor ‚Ermittlungsrichter‘ gestellt. Anschließend wurden Beweise, die durch Folter gewonnen worden waren, vorgelegt und die Kinder zu langen Gefängnisstrafen verurteilt.

‚Der Ansatz, den der Irak verfolgt, steht im kompletten Gegensatz zu dem, was allgemein unter dem Völkerrecht verstanden wird, nämlich, dass Kinder, die zwangsweise rekrutiert wurden, eigentlich Opfer sind. Sie sollten als Opfer und nicht als Verbrecher behandelt werden‘, sagte Belkis Wille, eine leitende Irak-Forscherin von Human Rights Watch. (…) ‚Kinder, denen ein Naheverhältnis zum IS vorgeworfen wird, werden festgenommen, häufig gefoltert und strafrechtlich verfolgt, unabhängig von ihrem tatsächlichen Engagement in der Gruppe‘, sagte Jo Becker, Direktor der Kinderrechtsanwaltschaft HRW. ‚Dieser umfassende Strafansatz spiegelt keine Gerechtigkeit wieder und wird für viele dieser Kinder lebenslange negative Folgen haben.‘“ (Bericht des The New Arab: „The Iraq Report: Thousands of children tortured by Iraqi authorities“)

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