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IS-Terror in Wien

Wiener Polizei im Einsatz
Wiener Polizei im Terroreinsatz (© Imago Images / Xinhua)

Beim Anschlag eines IS-Sympathisanten wurden vier Menschen getötet und 17 verletzt, sieben davon schwer. Ein Attentäter wurde von der Polizei getötet. 

Bei einer Pressekonferenz um 6.00 Uhr früh hat Innenminister Karl Nehammer die Bevölkerung aufgerufen daheim zu bleiben. Die Identität des Täters sei bekannt, in seinem Umfeld werde ermittelt. Er sei IS-Sympathisant gewesen, war mit einer Pistole und einem Sturmgewehr bewaffnet und trug eine Machete. Details könne man aus ermittlungstechnischen Gründen nicht nennen. 

Nehammer forderte die Wiener Bevölkerung auf, daheim zu bleiben. Die Schulpflicht ist für diesen Tag ist ausgesetzt. Der öffentliche Raum wird weiter überwacht. Es könne nicht ausgeschlossen werden, dass es weitere Täter gebe. 

Bei dem Großeinsatz in der Nacht waren mehrere hundert Streifenpolizisten und Zivilkräfte im Einsatz, sowie 150 Cobra- und 100 WEGA-Beamte. Die Wiener Innenstadt wurde zur „roten Zone“ erklärt, die nach internationalen Erfahrungen am anfälligsten für weitere Taten sei. in Absprache mit den Partnerländern würden die österreichischen Grenzen verstärkt kontrolliert.

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Soweit ein kurzer Überblick über den aktuellen Stand der gesicherten Erkenntnisse.

Unklar ist demnach weiterhin, ob die Anschläge gestern Abend von einem oder mehreren Tätern verübt worden sind, und ob der Anschlag auf den Stadttempel in der Seitenstettengasse abzielte. Die Synagoge war schon einmal Ziel eines Anschlags. 

Beim Überfall eines palästinensischen Terrorkommandos am 29. August 1981 wurden der Pensionist Nathan Fried und die 25-jährige Ulrike Kohut getötet und zahlreiche Menschen verletzt. Polizisten und ein zufällig anwesender Leibwächter des Industriellen Leopold Böhm konnten ein schlimmeres Blutbad verhindern. Die Täter, die auch für den Mord am Wiener Stadtrat und Präsidenten der Österreichisch-israelischen Gesellschaft, Heinz Nittel, am 1. Mai desselben Jahres verantwortlich waren, wurden festgenommen. 

Blutiger Herbst

Binnen weniger Tage hat der islamische Terror eine blutige Spur durch Europa gezogen. In Dresden wurde am 4. Oktober bei einem islamistischen und schwulenfeindlichen Anschlag ein 55-jähriger Spaziergänger erstochen und dessen Lebenspartner schwer verletzt. 

Am 16. Oktober enthauptete auf offener Straße ein islamistisch motivierter 18-Jähriger tschetschenischer Herkunft den Lehrer Samuel Paty in der Nähe seiner im Pariser Vorort Conflans-Sainte-Honorine gelegenen Mittelschule.

Am 29. Oktober ermordete ein 21-jähriger Tunesier in der Kirche Notre-Dame-de-l’Assomption in Nizza eine 60-jährige Kirchenbesucherin. Er schnitt ihr die Kehle durch und enthauptete sie beinahe. Danach tötete er den Küster der Kirche, der gerade die erste Messe des Tages vorbereitete, mit mehreren Stichen in den Hals. Sein letztes Opfer war eine 44-jährige gebürtige Brasilianerin. Der Täter war erst kurz vor der Tat über Lampedusa nach Frankreich eingereist.

Und jetzt Wien. Noch ist über den oder die Täter wenig bekannt. Nur eines ist sicher:

Sie lieben den Tod. Wir lieben das Leben. Wir gewinnen. 

UPDATE:

Inzwischen gibt es erste Informationen zum Täter. Florian Klenk, Chefredakteur des Wiener Magazins FALTER, schreibt auf Twitter, es handle sich um einen 20-jährigen Mann mit albanischen Wurzeln namens Kurtin S., der in Wien aufgewachsen ist. Seine Eltern würden aus Nordmazedonien stammen und seien in Sachen Islamismus unauffällig.

Der Täter selbst sei als einer von rund 90 österreichischen Islamisten, die nach Syrien ausreisen wollten, im Radar des Verfassungsschutzes gewesen. Daran sei er im Juli wurde gehindert worden. Dass er in Wien einen Terroranschlag plant, habe ihm die Polizei nicht zugetraut.

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