Irans Vizepräsident: US-Sanktionen gegen das Land sind „sehr effektiv“

Rohani und Jahangiri (Quelle: Wikipedia)

„Der Erste Vizepräsident des Iran Eshaq Jahangiri hat am Dienstag offenbar eingeräumt, dass die US-Sanktionen gegen den Iran ‚äußerst wirksam‘ sind. Der Iran befinde sich in einer ‚schwierigen und heiklen Lage‘, doch noch habe er seine Optionen nicht ausgereizt, habe er der iranischen ISNA-Nachrichtenagentur zufolge erklärt. Mit Blick auf die Sanktionen, die hochgradig wirksam seien, habe Jahangiri erklärt: ‚Die USA haben uns den Wirtschaftskrieg erklärt. Zugleich führen sie auch einen politischen und Medienkrieg, um die iranische Öffentlichkeit zu beeinflussen.‘ Das religiöse Staatsoberhaupt Ayatollah Khamenei hatte die USA vergangene Woche bei einem Treffen mit dem Expertenrat ebenfalls der wirtschaftlichen und psychologischen Kriegsführung gegen den Iran geziehen.

Zuvor hatten viele hochrangige Regierungsvertreter geleugnet, dass die Sanktionen besonders wirksam seien. Doch kann daran angesichts der anhaltenden Abwertung der Landeswährung und massiv steigender Preise kaum Zweifel bestehen. Vor dem iranischen Parlament hatte Präsident Hassan Rohani Ende August erklärt: ‚Sagt nicht, dass das Land sich in einer Krise befindet. Man hat uns geschadet und mitunter standen wir kurz davor, Schaden zu erleiden, doch befinden wir uns nicht in einer Krise.‘ Die Vereinigten Staaten habe die Sanktionen seit dem Rückzug Donald Trumps aus dem Atomabkommen von 2015 schrittweise wieder in Kraft gesetzt. Enge Mitarbeiter des religiösen Staatsoberhaupts Ayatollah Ali Khamenei haben die schwerwiegende Wirtschaftskrise im Iran mit der ‚schwachen Leistung der Rohani-Administration‘ und der Geschäftemacherei von ‚Profiteuren‘ erklärt.

Anfang Mai führten Berichte über einen möglichen Rückzug der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran von einem Tag auf den nächsten zur Abwertung der iranischen Währung um 140%. Infolge der anhaltenden Abwertung des Rial dem Dollar gegenüber stieg die monatliche Inflationsrate im August der Zentralbank zufolge auf 5,5 Prozent. So hoch war sie zuletzt vor mehr als zwei Jahrzehnten. Es wurde berichtet, dass die Inflation dem entsprechenden Vorjahreszeitraum gegenüber bei 24 Prozent liege. Der wissenschaftliche Dienst des iranischen Parlaments hat für dieses Jahr im Vergleich zum Wirtschaftswachstum von 3,7 Prozent im letzten Jahr ein Negativwachstum von 2,8 Prozent vorhergesagt. Medienberichten zufolge haben Menschen in den letzten Wochen zu mit Hamsterkäufe begonnen, während die Preise massiv anstiegen. Am 4. November werden die USA weitere Sanktionen gegen den Iran verhängen, die sich gegen dessen Ölexporte und Bankensystem richten.“ (Bericht von Radio Farda: „US Sanctions ‚Highly Effective‘ – Says Iran’s Vice-President”)

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