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Irans Präsident Raisi: „Homosexualität ist nichts als Wildheit“

Irans neuer Präsident Raisi präsentiert dem Parlament sein Kabinett
Irans neuer Präsident Raisi präsentiert dem Parlament sein Kabinett (© Imago Images / Poolfoto)

Laut Aktivisten für LGBTQ-Rechte wird das iranische Regime in den letzten Jahren immer offensiver, seine homosexuellenfeindliche Haltung öffentlich zu propagieren.

Benjamin Weinthal, Jerusalem Post

Der neue Präsident der Islamischen Republik Iran, Ebrahim Raisi, erklärte 2014 in einer schwulenfeindlichen Tirade, gleichgeschlechtliche Beziehungen seien „nichts als Wildheit“.

Das in den USA ansässige Center for Human Rights in Iran (CHRI) schrieb in einem am Dienstag erschienen Informationsblatt, dass „iranische Regierungsvertreter Hassrede gegen die LGBTQ-Gemeinschaft propagieren, und damit staatliche und gesellschaftliche Gewalt gegen Einzelpersonen fördern. Zum Beispiel sagte Ebrahim Raisi, der heutige iranische Präsident, 2014 (als er die iranische Justiz leitete), dass Homosexualität ‚nichts als Wildheit‘ sei.“

Peter Tatchell, ein prominenter britischer LGBTQ- und Menschenrechtsaktivist, erklärte gegenüber der Jerusalem Post: „Raisis ignorante und bigotte Ansichten sind in der religiösen und politischen Elite des Iran weit verbreitet, wo die Todesstrafe für einvernehmliche gleichgeschlechtliche Beziehungen gebilligt wird. Das ist die wahre Grausamkeit, ebenso wie die Folterung politischer Gefangener. Raisi ist angeblich in die barbarische Hinrichtung tausender Dissidenten in den 1980er Jahren verwickelt.“

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Er fügte hinzu: „Die Abschaffung der Todesstrafe wie überhaupt der Kriminalisierung von Homosexualität sollten zu zusätzlichen Vorbedingungen für die Aufhebung der Sanktionen gegen den Iran gemacht werden.“

Nach den Recherchen des CHRI „ist der Iran eines von sechs Ländern, die die Todesstrafe für gleichgeschlechtliche Beziehungen verhängen. Die Todesstrafe kann sogar bei jugendlichen LGBTQ-Personen angewendet werden und wurde dies auch schon.“ (…) „Auch Auspeitschungen und Haftstrafen werden für gleichgeschlechtliche Handlungen oder Cross-Dressing verhängt. Aktivisten werden wegen ihres friedlichen Eintretens für LGBTQ-Rechte wegen Verbrechen gegen die nationale Sicherheit verurteilt“.

Das CHRI stellte fest, dass „Ehrenmorde durch Familienmitglieder durch milde Gesetze begünstigt werden“ und dass „77 % der im Iran befragten LGBTQ-Personen berichteten, dass sie Gewalt in ihren Haushalten und Familien erfahren haben.“

Das iranische Regime setzt brutale Foltermethoden ein, um LGBTQ-Personen zu verfolgen. So werden sie routinemäßig gezwungen, sich einer gefährlichen Konversionstherapie zu unterziehen, um sie von ihrer „Störung“ zu „heilen“. Bei der Therapie kommen Elektroschocks, Psychopharmaka, Sterilisation und Psychoterror zum Einsatz. Sie ist die laut UNO mit Folter gleichzusetzen.

Iraner, die nicht durch solche physischen und psychischen Formen der Folter „geheilt“ werden, werden gezwungen, sich einer geschlechtsangleichenden Operation (SRS) zu unterziehen, schreibt CHRI und fügt hinzu, dass „Transgender-Personen sich einer SRS unterziehen müssen oder eine strafrechtliche Verfolgung riskieren – was die extrem hohe Rate von SRS im Iran erklärt.“

„Dennoch ist SRS im Iran extrem gefährlich. Obwohl sie vom Staat subventioniert wird, ist der präoperative Prozess missbräuchlich, die Operation wird in der Regel von schlecht ausgebildeten Chirurgen durchgeführt, und verpfuschte Eingriffe und schlechte Nachsorge führen oft zu dauerhaften medizinischen Komplikationen“, erklärt das CHRI.

Lawdan Bazargan, eine iranisch-amerikanische Menschenrechtsaktivistin, sagte gegenüber der Jerusalem Post, dass „die Islamische Republik Iran in den letzten Jahrzehnten mutiger darin wird, ihren feindlichen Standpunkt zur Homosexualität zu verteidigen und die westlichen Länder für das zu verurteilen, was sie als ‚grausame Handlungen, innere Korruption‘ und als konkretes Beispiel für das Versagen der westlichen Zivilisation in moralischen Fragen bezeichnet.“

(Aus dem Artikel Iran president Raisi said homosexuality is ‘nothing but savagery’“, der in der Jerusalem Post erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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