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War der Irankrieg ein Erfolg oder Misserfolg für Israel?

Irankrieg: Wenig überraschend differieren die Einschätzungen zwischen Regierung und Opposition in Israel
Irankrieg: Wenig überraschend differieren die Einschätzungen zwischen Regierung und Opposition in Israel (© Imago Images / Anadolu Agency)

Wie man speziell in einem Wahljahr erwarten muss, hat die politische Diskussion über den Ausgang des Irankriegs in Israel bereits begonnen.

Ein Krieg, der in einem Wahljahr ausbricht, wird jede Debatte über seine Erfolge mit ziemlicher Sicherheit in einen politischen Streit verwandeln. »Netanjahu wird versuchen, Ihnen die Operation im Iran als Erfolg zu verkaufen – aber das wird eine glatte Lüge sein«, sagte denn auch Oppositionsführer Yair Lapid, Vorsitzender der Partei Yesh Atid. »Was hier geschehen ist, ist eine diplomatische Katastrophe von einem Ausmaß, an das ich mich nicht erinnern kann.«

»Der Waffenstillstand mit dem Iran gibt dem Ayatollah-Regime Zeit und Gelegenheit, sich neu zu organisieren», warf Avigdor Liberman, Vorsitzender von Yisrael Beiteinu, dem Premierminister vor. Der Vorsitzende der ebenfalls in der Opposition befindlichen Demokratischen Partei, Yair Golan, ging sogar noch weiter und argumentierte, dass »die Beseitigung von Khamenei ein Fehler war und nicht zur Sicherheit Israels beigetragen hat«.

Falsche Hoffnungen

Man muss es klar sagen: Selbst Israels Oppositionsführer glauben wahrscheinlich nicht wirklich, dass der Krieg ein völliger Fehlschlag war. Sie nutzen jedoch die Erwartungen aus, die Premierminister Benjamin Netanjahu zu Beginn des aktuellen Krieges mit dem Iran in der israelischen Öffentlichkeit geweckt hat. Es ist unbestritten, dass der der Führung des Regimes zugefügte Schaden erheblich war. Dies gilt allen voran für den Tod des Obersten Führers Ali Khamenei, der weltweit Terror verbreitet hat, sowie für andere hochrangige iranische Funktionäre, die ebenfalls eliminiert wurden. Auch die Basidsch-Miliz, die Unterdrückungskräfte des Regimes, und die Revolutionsgarde erlitten schwere Schläge.

Und doch hatte die israelische Öffentlichkeit zu Beginn des Krieges das Gefühl, dass der Iran kurz vor einem dramatischen Wandel stand. »Unsere gemeinsame Aktion wird die Voraussetzungen dafür schaffen, dass das tapfere iranische Volk sein Schicksal selbst in die Hand nimmt«, sagte Netanjahu in seiner ersten Rede nach Kriegsbeginn. »Wir haben uns zum Ziel gesetzt, die existenzielle Bedrohung durch das Terrorregime im Iran zu beseitigen.«

Diese Äußerungen ließen viele Israelis glauben, dass das Ayatollah-Regime in Teheran innerhalb weniger Wochen – oder höchstens einiger Monate – fallen würde; und dass Israelis eines Tages sogar im Iran Urlaub machen und Ski fahren könnten. Es dauerte mehrere Wochen, bis Netanjahu erkannte, dass dies die Erwartungen der Öffentlichkeit waren, und er sah sich gezwungen, sie zurückzuschrauben. »Letztendlich hängt der Sturz des Regimes vom iranischen Volk ab«, stellte er in der Mitte des Krieges klar.

Während des Konflikts entbrannte eine Debatte darüber, ob der Mossad dafür verantwortlich war, den Eindruck erweckt zu haben, das Teheraner Regime würde infolge des Krieges zusammenbrechen. Viele warfen dem Geheimdienst und den Verantwortlichen im Verteidigungsapparat vor, eine allzu optimistische Einschätzung präsentiert zu haben – und verwiesen auf die Versprechen von Netanjahu und Donald Trump, darunter eine mögliche Beteiligung der Kurden gegen das iranische Regime. Beamte des Mossad dagegen betonen, dass dessen Direktor, David Barnea, niemals einen sofortigen Zusammenbruch versprochen habe.

»Jeder verstand, dass dies nicht über Nacht geschehen würde«, argumentierte ein Mossad-Mitarbeiter. »Die Einschätzung lautete, dass es innerhalb weniger Monate nach dem Krieg – vielleicht sogar im Laufe eines Jahres – zu internen Veränderungen im Iran kommen könnte. Niemand versprach sofortige Ergebnisse.«

Tatsächliche Erfolge

Über die Erwartungen eines Regimewechsels hinaus gibt es auch die Frage der ballistischen Raketen und des Atomprogramms. Von Anfang an machten hochrangige Verteidigungsbeamte deutlich, dass es unmöglich sein würde, jede Abschussrampe und jede Rakete zu zerstören, und dass einige in den unterirdischen Raketenstädten des Iran verborgen bleiben würden. Dennoch veranlasste der anhaltende Raketenbeschuss durch Teheran bis in die letzten Momente des Krieges viele dazu, das wahre Ausmaß des Schadens im Iran in Frage zu stellen.

Sicherheitsbeamte betonen, dass die Angriffe auf Abschussrampen und Raketen – deren genaue Anzahl zwar umstritten ist – als »erheblich« gelten müssen. Die bedeutendere Entwicklung sei aber der Schaden an den iranischen Ressourcen, neue Raketen und Abschussrampen herzustellen. In diesem Zusammenhang sagen israelische Beamte, dass »wir gemeinsam mit den Vereinigten Staaten die Fähigkeit des Iran, neue Raketen und Abschusssysteme zu produzieren, effektiv zunichtegemacht haben«.

Was die Atomfrage betrifft, hängt alles von der Frage nach den 400 Kilogramm angereichertem Uran ab, die sich noch im Besitz des Iran befinden. Laut israelischen Beamten wird sich vor allem nach Abschluss der Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und dem Iran zeigen, ob dieses Material aus den unterirdischen Anlagen entfernt wurde.

Für Israel ist klar: Solange dieses Uran im Iran verbleibt, ist die Fähigkeit des Landes zur Entwicklung von Atomwaffen nach wie vor sehr lebendig. Derzeit beharrt auch Präsident Trump auf diesem Punkt – ebenso wie auf der Öffnung der Straße von Hormus. Andernfalls, so sagen Beamte sowohl in Israel als auch in den Vereinigten Staaten, könnten militärische Maßnahmen erforderlich werden, um sicherzustellen, dass das Uran entfernt wird.

Was die Stellvertreter des Iran betrifft, wird es für Teheran weitaus schwieriger werden, diese zu finanzieren. Die Ressourcen müssen in den Wiederaufbau fließen, einschließlich des Wiederaufbaus des Militärs. Da die iranische Währung bereits stark abgewertet ist, steht das Regime vor schwierigen Entscheidungen: Sollen die Mittel an die Hisbollah gehen oder in den Aufbau einer neuen Marine?

Betrachtet man die politischen Umfragen nach dem Krieg, so verlieren die Parteien, aus denen sich die derzeitige Koalition zusammensetzt – einschließlich Netanjahus Likud-Partei – bei den nächsten Wahlen voraussichtlich Sitze in der Knesset. In den zweieinhalb Jahren Krieg hat die israelische Öffentlichkeit wiederholt Erklärungen sowohl zum Iran als auch zur Hisbollah gehört, dass diesen »ein schwerer Schlag versetzt wurde« und »die Bedrohung beseitigt wurde«. Diese Anhäufung an Aussagen weckt unter den Israelis den Verdacht, dass jemand erneut versucht, ein rosigeres Bild der Realität zu zeichnen – selbst wenn sich diese Realität tatsächlich verbessert hat.

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