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Iranischer Einfluss im Irak ist größer als bisher bekannt

Mitglieder der schiitischen PMU mit einem Foto ihres Parteiführers Hadi al-Amiri
Mitglieder der schiitischen PMU mit einem Foto ihres Parteiführers Hadi al-Amiri (© Imago Images / ZUMA Press)

Eine Fülle von der New York Times zur Verfügung gestellten Dokumenten zeigt, wie der Iran die USA im Irak ausmanövriert und sich eine Machtbasis im Land verschafft hat.

Seth J. Frantzman, Jerusalem Post

Obwohl bereits vieles davon bekannt war, zeigen die 700 Seiten umfassenden Dokumente, die aus dem Persischen übersetzt wurden, neue Details darüber, wie fest der Iran den Irak im Griff hat und ihn als „Tor für die iranische Macht“ nutzt, die sich ausdehnt und über Syrien hinweg in den Libanon hinein reicht und dabei zunehmend Israel bedroht. Der Irak ist derzeit das „Nahe Ausland“ für den Iran und die Islamische Republik baut im Irak eine Art Revolutionsgarde (IRGC) auf: die so genannten „Volksverteidigungeinheiten“ (PMU).

Das Dokumentenarchiv stammt aus den Jahren 2014-2015 und wurde von „Beamten des iranischen Ministeriums für Geheimdienst und Sicherheit“ angelegt. Das Jahr 201/15 war ein entscheidendes Jahr, da sich der IS ein Drittel des Irak eiverleibt und Bagdad bedroht hatte. Als Antwort sandte der Iran Berater und der irakische Ayatollah Ali Sistani forderte die Massenmobilisierung schiitischer Männer zum Kampf. Daraus entstanden die PMU, die Teil der irakischen Sicherheitskräfte wurden. Heute ist ihre Partei die zweitgrößte im Irak.

Das Jahr 2015 war auch das Jahr des Iran-Deals, als Washington und Teheran im Irak auf derselben Seite standen. Die USA unterstützten unter der Obama-Administration den vom Iran unterstützten schiitischen Sektierer Nouri al-Maliki als Premierminister und danach seinen Nachfolger Haider al-Abadi. In beiden Fällen wollte Washington einen „starken Mann“ in Bagdad. Und sie sollten ihn bekommen, der Iran allerdings auch.

Später würden die USA Abadi ermutigen, die Kurden in Kirkuk anzugreifen, womit sie im Jahr 2017 de facto den iranischen Revolutionsgardenführer Qasem Soleimani bei der Eroberung einer strategischen Region des Irak zu unterstützren. Die USA dachten, dies würde Bagdad befähigen, „nationalistisch“ zu agieren und veranlassten Abadi, sich mit den Saudis zu treffen. Tatsächlich unterstützte Amerika damit aber den Einfluss des Iran und bestrafte seine eigenen kurdischen Verbündeten mit einer Vorgehensweise, die sich dann in Syrien wiederholen sollte.

Wie die Dokumente zeigen, hatte der Iran hatte keine schwere Schlacht im Irak zu schlagen. Viele führende schiitische Iraker hatten den Iran in den 1980er Jahren gegen das brutale Regime von Saddam Hussein unterstützt. Während Donald Rumsfeld Saddam die Hand schüttelte, waren Männer wie Hadi al-Amiri beim IRGC. Sogar der derzeitige Premierminister Adel Abdul-Mahdi hatte ein „besonderes Verhältnis“ zum Iran, heißt es in den Dokumenten. In jedem Fall bedeutet dies, dass Teheran zu den meisten Ministerien eine offene Tür hatte, einschließlich von Schlüsselbereichen wie dem Innenressort und dem Ölsektor.

Iran Intel leak: 700 documents show how Iran outplayed the US in Iraq

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