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Iranische Revolutionsgarde: Satan ist Lehrmeister der Zionisten

Der stellvertretende Oberbefehlshaber für die Koordination der Iranischen Revolutionsgarden, General Mohammad Reza Naghdi
Der stellvertretende Oberbefehlshaber für die Koordination der Iranischen Revolutionsgarden, General Mohammad Reza Naghdi (Quelle: Aghiltohidian / CC BY-SA 4.0)

Angesichts der massiven Krisen im Land scheinen Regimevertreter verstärkt auf Verschwörungstheorien und die völlige Verdrehung der Realität zurückzugreifen, um ihre Politik zu rechtfertigen.

Es sei der Satan, der als Ausbilder der Zionisten in Sachen Spionage, Terror und Sabotage tätig sei und diese in ihrem »jahrtausendealten Beruf« schule , erklärte der hochrangige Kommandeur der Iranischen Revolutionsgarde (IRGC), General Mohammad-Reza Naghdi am Sonntag gegenüber der von der IRGC kontrollierten Nachrichtenagentur Fars.

Naghdi, der Stellvertreter des Oberkommandierenden der IRGC, Hossein Salami, ist, erklärte weiter, während die Zionisten von Satan gelenkt würden, werde das iranische Regime »von Heiligen geführt« und seine Aufgabe bestehe darin, die Herzen der Menschen zu erleuchten. Einige davon seien »erweckt worden« und lieferten der Islamischen Republik nun sogar freiwillig streng geheime Informationen.

»Manchmal sind sie schockiert, wie die Iraner ein bestimmtes Geheimnis herausgefunden haben«, sagte er unter Bezug auf den Westen im Allgemeinen sowie auf Israel und die USA im Besonderen. »Sie suchen immer wieder nach einem Spion und können keinen finden, denn sie wissen nicht, dass viele ihrer Mitarbeiter aus Überzeugung kooperieren.«

Wie Iran International in einer Analyse festhält, ist Naghdi – wie viele andere IRGC-Offiziere auch – ein erfahrener Propagandist, da er in einem religiösen Milieu aufgewachsen ist, in dem fantastische Geschichten dazu benutzt werden, den Glauben an die schiitische Ideologie zu stärken. Angesichts zahlreicher Krisen scheinen die Regimevertreter jedoch verstärkt auf Verschwörungstheorien und die völlige Verdrehung der Realität zurückzugreifen, um ihre Politik zu rechtfertigen oder Kritik abzulenken, wie Iran International weiter ausführt.

Realität auf den Kopf gestellt

Tatsächlich haben sich seit Juli 2020 die Beweise dafür gehäuft, dass Israel die Sicherheitsbarrieren des Irans tief durchdrungen hat und größere Sabotageaktionen gegen nukleare und militärische Ziele durchführen konnte. Das Regime in Teheran und insbesondere der IRGC haben ihr Gesicht verloren, nachdem sie der Bevölkerung vier Jahrzehnte lang erzählt hatten, sie seien in den Bereichen Sicherheit und Militär sehr stark.

Naghdi jedoch behauptete das exakte Gegenteil, als er erzählte, im vergangenen Jahr seien 10.000 Anschläge gegen Israel verübt worden und sich rühmte, hinter dem zu stehen, was das Regime als »Achse des Widerstands« bezeichnet. »Dies ist die Rache der Islamischen Revolution, die Zerstörung des zionistischen Regimes«, sagte er. Er wiederholte auch kürzlich getätigte Äußerungen anderer hochrangiger iranischer Funktionäre, dass Israels Abschreckungskraft gebrochen und es nicht nur nicht in der Lage sei, den Iran einzuschüchtern, sondern auch die Hisbollah und militante Palästinenser nicht mehr abschrecken könne.

Der IRGC-Kommandeur behauptete auch, die Islamische Republik habe die Vereinigten Staaten fast aus der Region vertrieben und verwies auf die Niederlage der USA in Afghanistan und ihren übereilten Rückzug. »Sie sind aus Afghanistan geflohen und die meisten von ihnen sind auch aus dem Irak geflohen und der Rest wird ebenfalls gehen. Sie sind besiegt worden, und dieser Trend wird sich fortsetzen«, so Naghdi, der auch über die USA und Großbritannien spottete, die nichts unternommen hätten, als ihre Soldaten 2016 bzw. 2007 von der Revolutionsgarde festgesetzt wurden.

Naghdi behauptete, Menschen auf der ganzen Welt würden der Ideologie des iranischen Regimes folgen und stellte die rhetorische Frage, »in welcher Epoche der Geschichte wir oder irgendein anderes Land einen solchen Einfluss« und wann dessen Gegner je so viel Angst und Respekt vor einem Land gehabt hätten. »Ich schätze, dass täglich 100.000 Experten in verschiedenen Ländern aufwachen, zur Arbeit gehen und bezahlt werden, nur um das Regime der Islamischen Republik zu stürzen.«

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