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Iranisch-Kurdistan: Sicherheitskräfte gehen mit massiver Gewalt gegen Proteste vor

Die iranischen sicherheitskräfte gehen brutal gegen die Proteste in Sanandaj vor
Die iranischen Sicherheitskräfte gehen brutal gegen die Proteste in Sanandaj vor (Quelle: Twitter)

Menschenrechtsaktivisten erinnern an Angriffe auf die kurdischen Gebiete nach der Islamischen Revolution von 1979. Damals wie heute wurden die Kurden vom Regime als Ungläubige und Agenten tituliert.

Das iranische Regime hat am Montagabend Tausende von Sicherheitskräften in gepanzerten Fahrzeugen – darunter Bereitschaftspolizei, das Korps der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) und dessen paramilitärischer Flügel Basij – in die kurdische Stadt Sanandaj im Westen des Landes geschickt, um dort einen Angriff gegen die Protestbewegung zu starten.

Die Menschrechtsorganisation Hengaw veröffentlichte Filmmaterial, das zeigt, wie Sicherheitskräfte mit schweren Maschinengewehren auf Häuser und Demonstranten schießen, Autoreifen verbrennen und Straßen blockieren. Da das Internet stark eingeschränkt ist, konnten nur wenige Videos in Umlauf gebracht werden, die die erschütternden Szenen eines drohenden Massakers in der Stadt zeigen.

Die Brutalität des Angriffs veranlasste Amnesty International zu einer Warnung vor dem gewaltsamen Vorgehen der Sicherheitskräfte, in der die Behörden beschuldigt werden, den Zugang zum Internet zu kappen, um ihre Verbrechen zu verschleiern. »Ich kann Ihnen nur sagen, dass sie in Baharan und Neysar kein Erbarmen mit den Toten oder den Lebenden hatten, es wurde ständig geschossen«, sagte ein Demonstrant in Sanandaj gegenüber Fuad Haghighi von Rudaw. »Überall waren Sicherheitskräfte, soweit das Auge reichte.«

Andere Videos zeigen, wie in der ganzen Stadt Feuer entfacht wurden, als sich die Demonstranten den Sicherheitskräften entgegenstellten. Hengaw, das die Übergriffe in den kurdischen Gebieten überwacht, veröffentlichte ein Video, das die von den Behörden in den letzten Tagen gegen Demonstranten eingesetzte Geschosse zeigt, darunter Tränengaskanister und Kugeln aus Kalaschnikows.

»Sie haben sie alle getötet, sie haben alle unsere Jugendlichen getötet«, kann man eine Frau in einem weiteren von Hengaw veröffentlichten Video schluchzen hören, das am Montagabend aufgenommen wurde, zwei Nächte nachdem die Sicherheitskräfte vier junge Männer erschossen und einen weiteren bei Folterungen in der nahe gelegenen Stadt Saqqez getötet hatten, wo die landesweiten Proteste im vergangenen Monat ihren Ursprung hatten. Auch ein siebenjähriges Kind wurde von den Sicherheitskräften erschossen. »Niemand kommt uns zu Hilfe, wir können nur aus unseren Häusern schreien«, rief die Frau, während in der Ferne Schüsse zu hören waren.

»Das ist Sanandaj«, rief ein weiterer auf Video festgehaltener Einwohner aus seinem Wohnungsfenster, als sich eine große Zahl von Sicherheitskräften in der Nähe seines Hauses versammelte und wahllos um sich zu schießen zu begann. Da es in Sanandaj kein Internet gibt, ist es schwierig, das Ausmaß der gegenwärtigen Razzien einzuschätzen, aber es wird berichtet, dass viele Familien ihre verwundeten Angehörigen zu Hause pflegen und Krankenhäuser meiden, aus Angst, dort von den Sicherheitskräften verhaftet zu werden.

In den als Rojhelat bekannten kurdischen Gebieten im Westen des Irans ist es nach der Tötung von Mahsa Zhina Amini, die Mitte September im Gewahrsam der Sittenpolizei in Teheran ihr Leben verlor, zu gewaltsamen Protesten gekommen. Nach Angaben der in Oslo ansässigen NGO Iran Human Rights Organization wurden landesweit bislang mindestens 185 Menschen von den Sicherheitskräften getötet, viele weitere verletzt und Tausende festgenommen. Das in Paris ansässige Kurdistan Human Rights Network (KHRN) gab an, dass in den kurdischen Gebieten in den vier Wochen der Proteste mindestens dreißig Menschen getötet und 825 verwundet worden seien.

Das Vorgehen der iranischen Sicherheitskräfte gegen die Stadt Sanandaj erinnert an den Angriff im April 1980, bei dem die IRGC die Stadt mit Hubschraubern, Mörsern und schweren Maschinengewehren beschoss und Hunderte von Einwohnern tötete. Das Massaker brachte Sanandaj den Spitznamen »blutige Sena, das Tor zur Revolution« ein, in Anspielung auf den kurdischen Namen der Stadt.

Der Angriff auf die kurdischen Gebiete im Jahr 1979/80 erfolgte, nachdem die Kurden die Einführung der Scharia durch die Islamische Republik in ihrer Region abgelehnt hatten. Daraufhin erließ Revolutionsführer Ayatollah Ruhollah Khomeini ein religiöses Edikt, in dem er die Kurden, die sich gegen die Islamische Republik auflehnten, als Ungläubige bezeichnete. In den vergangenen Wochen haben iranische Funktionäre, darunter der Oberste Führer Ayatollah Ali Khamenei, die Demonstranten als Agenten ausländischer Mächte wie Israel und den USA bezeichnet. 

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