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Iran will Urananreicherung »niemals« aufgeben

Irans Außenminister Araghchi erklärt die Urananreicherung zu einer Frage der nationalen Ehre
Irans Außenminister Araghchi erklärt die Urananreicherung zu einer Frage der nationalen Ehre (© Imago Images / ZUMA Press Wire)

Laut dem iranischen Außenminister ist die Fortführung der Urananreicherung der Islamischen Republik nicht nur eine technische Errungenschaft, sondern auch eine Frage des Nationalstolzes.

Der Iran werde sein Urananreicherungsprogramm nicht aufgeben, erklärte der iranische Außenminister Abbas Araghchi in einem Interview mit dem amerikanischen Nachrichtensender Fox News, das am vergangenen Montag ausgestrahlt wurde. »Wir können die Anreicherung nicht aufgeben, weil sie eine Errungenschaft unserer eigenen Wissenschaftler ist. Und jetzt ist es mehr als das, es ist eine Frage des Nationalstolzes. Unsere Anreicherung ist uns sehr wichtig«, sagte Araghchi.

Der Außenminister der Islamischen Republik räumte ein, dass die israelischen Angriffe im Juni das Atomprogramm seines Landes zurückgeworfen hätten: »Unsere Anlagen wurden beschädigt. Das Ausmaß wird derzeit von unserer Atomenergiebehörde untersucht. Aber soweit ich weiß, sind sie schwer beschädigt«, weshalb die Anreicherung vorerst eingestellt werden musste.

Um Jahre zurückgeworfen

Als Reaktion auf das Interview schrieb US-Präsident Donald Trump auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social: »Der iranische Außenminister Abbas Araghchi über die iranischen Atomanlagen: ›Die Schäden sind sehr schwerwiegend, sie sind zerstört.‹ Natürlich sind sie das, genau, wie ich gesagt habe, und wir werden es wieder tun, wenn nötig!«

Am 16. Juni gab die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) bekannt, dass wahrscheinlich alle 15.000 Zentrifugen, die in der größten Urananreicherungsanlage in Natanz in Betrieb waren, zerstört worden seien. Einen Tag vor dem israelischen Angriff, am 12. Juni, hatte die IAEO den Iran gerügt, seine Nichtverbreitungsverpflichtungen nicht einzuhalten. Es war das erste Mal seit zwanzig Jahren, dass die Behörde den Iran verurteilte. Dieser reagierte prompt und erklärte, er werde »ein neues Anreicherungszentrum an einem sicheren Ort errichten und die Maschinen der ersten Generation« an einem anderen Standort, an dem die Anlagen modernisiert werden sollen, »ersetzen«.

Kurz vor dem Angriff hatte die IAEO geschätzt, dass der Iran über mehr als 400 Kilogramm auf ein Niveau von sechzig Prozent angereichertes Uran verfügt – und damit genug für etwa zehn Atombomben.

Nach dem israelischen Präventivschlag vermutete IAEO-Chef Rafael Grossi am 28. Juni gegenüber CBS News, möglicherweise sei ein Teil des angereicherten Urans unbeschädigt geblieben und der Iran seine »industriellen und technologischen Kapazitäten« behalte und wieder mit der Anreicherung von Uran beginnen könnte.

David Albright, Gründer und Präsident des in Washington ansässigen Institute for Science and International Security, erklärte vor Kurzem, es sei zwar schwierig, einzuschätzen, wie weit der israelische Angriff das iranische Atomprogramm zurückgeworfen habe, es aber »viele Jahre« dauern würde, bis die Islamische Republik einen Atomsprengkopf einsetzen könne.

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