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Iran: Verhaftung eines regimekritischen Rappers

die Islamische Republik Iran ließ den regimekritischen Rapper Toomaj Salehi verhaften
Die Islamische Republik Iran ließ den regimekritischen Rapper Toomaj Salehi verhaften (Quelle: NUFDI)

Die Islamische Republik Iran ließ kürzlich einen Rapper verhaften, der sich in seinen Songs gegen das Regime ausspricht und zu dessen Sturz aufruft.

National Union for Democracy in Iran

Toomaj Salehi ist ein iranischer Rapper aus Isfahan, der am Montag, den 13. September 2021, von den iranischen Behörden verhaftet wurde. Während die offiziellen Gründe für seine Verhaftung nicht bekannt sind, vermuten viele, dass sie auf die äußerst regimekritische Natur seiner Arbeit zurückzuführen ist.

Salehi hat die Islamische Republik immer wieder scharf verurteilt und seine Landsleute zum Sturz des Regimes aufgerufen. Am 13. September fuhren vier Polizeiautos an seinem Wohnsitz vor: die 12 Beamten durchsuchten sein Haus und brachten Salehi an einen unbekannten Ort.

Salehis Musik ist sehr drastisch in ihrer Kritik an der iranischen Regierung und behandelt Themen wie Irans 25-jähriges Wirtschaftsabkommen mit China, die weit verbreitete Korruption, wirtschaftliches Versagen und die Weigerung westlicher Journalisten, sich für das iranische Volk einzusetzen. In den sozialen Medien genießt Salehi breite Unterstützung, die sich in massiven Forderungen nach seiner Freilassung niedergeschlagen hat.

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Salehi hatte schon länger die Befürchtung, dass das Regime ihn ins Visier nehmen würde. So schrieb er am 11. September: „Ich werfe mein Telefon weg, weil sie damit wahrscheinlich meinen Aufenthaltsort erfahren. Keine Sorge, ich werde mich nicht verhaften lassen, weil wir uns darum kümmern. Ich werde in ein paar Tagen ein sicheres Telefon besorgen.“ Dennoch gelang es den Sicherheitskräften, Salehi aufzuspüren und festzunehmen.

Salehi ist sowohl in seinem Mut als auch in der Drastik seiner Kritik am Regime einzigartig. Er verurteilte nicht nur das islamische Regime, sondern kritisierte auch die Apologeten der Islamischen Republik – wie den National Iranian American Council (NIAC) –, die oft als „Iran-Lobby“ bezeichnet werden, weil sie zu den Menschenrechtsverletzungen im Iran schweigen und sich somit mitschuldig machen.

Salehis Unterstützer heben hervor, dass sich Salehi durch sein Engagement für die Menschenrechte auszeichnete. Während andere Künstler oft nach Reichtum und Ruhm strebten, trete Toomaj Salehi ausschließlich auf, um die Freiheit im Iran zu unterstützen.

Salehis Musik besteht hauptsächlich aus Protest-Rapsongs, in denen er die korrupte und unmenschliche Politik der Islamischen Republik anprangert. Konkret geht es in Salehis Liedern um Themen wie Arbeitsstreiks, ungerechtfertigte Inhaftierungen und Hinrichtungen. (…)

Es wird angenommen, dass v. a. einer seiner letzten Songs namens „Mouse Hole“ den Hauptgrund für die Verhaftung darstellt. In dem Lied wendet er sich an alle im Ausland ansässigen Lobbyisten und Apologeten des iranischen Regimes und singt davon, dass das iranische Volk niemals vergessen werde, wer ihm Unrecht getan und es verraten hat, indem er sich während auf die Seite des Regimes gestellt hat: Diejenigen, die zum Leiden des iranischen Volkes schweigen, seien ebenso schuldig sind wie das Regime. (…)

Salehis Verhaftung ist besonders besorgniserregend, weil sie auf auf ein Doppeltes abzuzielen scheint: Sie ist nicht nur der Versuch des Regimes, Salehi zum Schweigen zu bringen, sondern auch der Versuch, andere iranische Künstler davon abzuhalten, in die Fußstapfen des beliebten und bekannten Rappers zu treten.

(Aus dem Artikel Dissident Rapper Who Defied Regime Arrested in Iran“, der bei der National Union for Democracy in Iran  erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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