Iran stationiert irakische Milizen in Hochwassergebieten

„Die Ankunft der irakisch-schiitischen Miliz Hashd al-Sha’bi in der von einer Flut betroffenen Provinz Khuzestan im Iran, hat unter den iranischen Social-Media-Nutzern und auch unter den ethnischen Arabern in der Provinz wütende Reaktionen hervorgerufen. Die Stationierung fand statt, nachdem für die darauffolgenden Tagen in den meisten Teilen des Iran neue und starke Regenfälle sowie mögliche Überschwemmungen vorhergesagt worden waren. Iraj Masjedi, der Botschafter des Iran in Bagdad, sagte am Samstag, dem 13. April gegenüber iranischen Nachrichtenagenturen, dass die Streitkräfte von Hashd al-Sha’bi in Khuzestan stationiert worden seien, um beim Eintreffen der Flut Hilfe zu leisten. Masjedi sagte, dass hunderte irakische Milizionäre, darunter 200 von ihnen am Freitag zuvor, im Iran eingetroffen seien, um während der Überschwemmungen in den Provinzen Khuzestan und Lorestan im Westen des Iran zu helfen. Ein in den sozialen Medien weit verbreitetes Video zeigt einen wütenden ethnischen Araber, der in Khuzestan gegen die Ankunft von Hashd al-Sha’bi protestiert.

Hashd al-Sha’bi, eine Miliz, die von der Qods Force der Revolutionsgarden im Irak gegen sunnitische Takfiri (Jihadisten) eingesetzt wurde, sagt, dass ihre technischen Einheiten und die schweren Maschinen in Khuzestan seien, um das Übergreifen des Hochwassers in den Irak zu verhindern. Die Erklärung der Miliz wurde vom [irakischen Staellitenfernsehnetzwerk] Alsumaria auf Twitter veröffentlicht. Trotzdem verurteilten die Iraner in den sozialen Medien die Präsenz der Milizin im Iran und bezeichneten sie gar als ‚Schande‘.

Andere haben davor gewarnt, dass die von der Qods Force unterstützte irakische Miliz möglicherweise in Khuzestan sei, um eventuelle Unruhen zu unterdrücken. Am Freitag brachen in Ahvaz, der Hauptstadt der Provinz, Proteste aus. Die Bewohner waren wütend über den Umgang der Regierung mit der Flutkatastrophe und über Berichte, dass das Wasser nicht in das umliegende Marschland abgeleitet wird, da man befürchtet, nahe gelegene Ölförderanlagen zu beschädigen. Die iranische Cyberpolizei erklärte, dass 24 Sozial-Media-Nutzer in Khuzestan wegen angeblicher Verbreitung von Gerüchten über die derzeitige Situation verhaftet worden seien.“ (Bericht auf Radio Farda: „Arrival Of Iraqi Shiite Militia Triggers Angry Reactions Among Iranians“)

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