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Iran: Spekulationen über plötzlichen Tod eines Revolutionsgarden-Kommandeurs

Mohammad Hejazi neben Mahmud Ahmadinejad auf einer Parade im Jahr 2006
Mohammad Hejazi neben Mahmud Ahmadinejad auf einer Parade im Jahr 2006 (© Imago Images / ZUMA Press)

Der stellvertretende Leiter der Auslandseinheit „Quds Force“ verstarb am Wochenende plötzlich, wobei die offizielle Begründung, er habe einen Herzinfarkt erlitten, auf Zweifel stieß.

Al-Monitor

Iranische Medien haben am Wochenende den Tod des stellvertretenden Leiters der Quds Force bekannt gegeben, wobei die Worte die verwendet wurden, um seinen Tod zu beschreiben, zu Spekulationen über die wahre Ursache seines Ablebens führten.

Der 62jährige Mohammad Hejazi soll laut iranischen Medien an einem Herzinfarkt gestorben sein. Unmittelbar nach der Bekanntgabe begannen einige Medien jedoch, ihn als „Märtyrer“ zu bezeichnen, eine Bezeichnung, die nur für Personen verwendet wird, die in Ausübung ihrer offiziellen Pflichten getötet werden. Im staatlichen Fernsehen wiederum hieß es, Hejazi sei innerhalb von 24 Stunden nach der Infektion mit einem Virus gestorben, wobei der Moderator hinzufügte, dass es sich dabei nicht um das Coronavirus gehandelt habe.

Ramazan Sharif, Sprecher des Korps der Islamischen Revolutionsgarden Irans (IRGC), dem die Quds Force als Spezialeinheit für Auslandseinsätze untersteht, versuchte am Montag, den 19. April, die Ungereimtheiten um Hejazis Tod zu klären.

Sharif sagte, Hejazi sei während des Krieges, vermutlich meinte er der Iran-Irak-Krieg, chemischen Angriffen ausgesetzt gewesen und habe nicht nur sein Leben lang unter den Nachwirkungen gelitten, sondern sei deswegen auch mehrfach ins Krankenhaus eingeliefert worden. Im Iran werden Veteranen, die verletzt werden und später an den Folgen dieser Verletzungen sterben, – wie z.B. Iran-Irak-Kriegsveteranen, die Opfer eines Giftgasangriffs wurden, an dessen Komplikationen sie Jahrzehnte später zu Tode kommen – als „Märtyrer“ bezeichnet.

Sharif fügte hinzu, dass Hejazi einige Monate vor seinem Tod am Coronavirus erkrankt sei, sich aber wieder erholt hätte. Er sagte, dass Hejazi in den letzten acht Jahren seines Lebens an der „Front gegen die Zionisten“ im Einsatz und dadurch ein bekanntes Gesicht geworden war, was wiederum zu verschiedenen Spekulationen führte, dass Israel hinter seinem plötzlichen Tod stecken könnte.

Unabhängig vom Wahrheitsgehalt der offiziellen Erklärung: Hejazis plötzlicher Tod ist ein großer Schlag für die iranischen Revolutionsgarden.

(Aus dem Artikel „Iranian commander’s death sparks speculation“, bei al-Monitor erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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