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Iran: Sexuelle Übergriffe gegen inhaftierte Demonstrantinnen

Solidaritätsdemonstration mit den Protesten im Iran
Solidaritätsdemonstration mit den Protesten im Iran (© Imago Images / HärtelPRESS)

Die Schergen des Mullah-Regimes setzen bei ihren Verhören und Verhaftungen gezielt sexuelle Gewalt ein, um Demonstrantinnen zu demütigen und erzwungene Geständnisse zu erpressen.

Weibliche und männliche Opfer, von denen einige erst achtzehn Jahre alt sind, haben Iran International TV gegenüber erzählt, dass sexuelle Gewalt gegen die im Zuge der Proteste inhaftierten Demonstranten weit verbreitet sei. 

Eine junge Frau erzählte dem iranischen Oppositionssender, sie und andere Festgenommene mussten sich in der Vali-Asr-Garnison in Teheran vor männlichen Beamten nackt ausziehen, wurden von diesen im Genitalbereich berührt, mit kaltem Wasser abgespritzt und wiederholt mit Elektroschockern angegriffen. So sollten sie gezwungen werden, »Geständnisse« gegen sich und andere abzulegen. »Sie drohten uns mit Vergewaltigung«, sagte das Opfer, das nach zwanzig Tagen auf Kaution freigelassen wurde. 

Die Polizisten »durchsuchten uns auf äußerst widerliche Weise«, erzählte eine Frau aus Teheran, die mit anderen Demonstranten auf der Enghelab Avenue festgenommen und in die dortige Polizeistation verbracht wurde. Eine Frau aus Mashhad, einer religiösen Stadt im Nordosten des Landes, berichtete, sie und elf weitere Frauen seien vor männlichen Beamten entkleidet und gezwungen worden, in die Hocke zu gehen und in die Luft zu springen, während die Beamten »wild lachten«. Andere sagten in dem Bericht von Iran International, die Beamten hätten sie bei der Verhaftung und den Verhören unsittlich berührt und körperlich gequält. Viele erzählten, dass ihnen mit Vergewaltigung oder sogar mit der Vergewaltigung ihrer Familienangehörigen gedroht wurde.

Solche Vorfälle wurden aus Haftanstalten und Gefängnissen in mehreren Großstädten wie Isfahan, Rasht, Teheran, Karaj, Bandar Abbas, Ahvaz, Tabriz, Sanandaj, Amol und Mashhad gemeldet – und manchmal auch aus Einrichtungen abseits des offiziellen Polizei- und Justizsystems wie Lagerhäusern außerhalb der Stadt.

Es gibt auch Berichte über weitaus schlimmere Gewalt. Die 20-jährige Armita Abbasi wurde Berichten zufolge nach ihrer Festnahme am 10. Oktober brutal vergewaltigt. Am 18. Oktober brachten sie Sicherheitskräfte in ein Krankenhaus in Karadsch, wobei sie zahlreiche Verletzungen, darunter innere Blutungen, einen kahlgeschorenen Kopf und Anzeichen einer wiederholten Vergewaltigung aufwies. Die Ärzte wurden von der Polizei unter Druck gesetzt, die Vergewaltigungstraumata auf einen Zeitpunkt vor der Verhaftung zurückzuführen. Abbasis Prozess ist nach Angaben ihrer Mutter für den 26. Januar anberaumt worden.

Ladan Boroumand, Mitbegründer und Forschungsleiter der Abdorrahman Boroumand Foundation for the Promotion of Human Rights and Democracy in Iran, erklärte gegenüber Iran International, die Regierung setze gezielt sexuelle Gewalt ein, um zu demonstrieren, dass sie bei der Unterdrückung der Protestbewegung, der Demütigung der Inhaftierten und dem Versuch, anderen Menschen Angst einzujagen, keine Grenzen kennt.

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