Es gibt noch keine Anzeichen dafür, dass der Iran wieder mit der Anreicherung von Uran begonnen hat, aber er baut die von Israel beschädigten Atomanlagen wieder auf.
Laut israelischen Sicherheitsbeamten hat der Iran den größten Teil seines Raketenarsenals wieder aufgebaut und nähert sich dem Niveau vor der Operation Rising Lion. Weniger als sechs Monate nach dem zwölftägigen Krieg Israels und der USA gegen das Atomprogramm der Islamischen Republik hat Teheran die Produktion von Boden-Boden-Raketen beschleunigt und wird voraussichtlich innerhalb der nächsten Monate über etwa zweitausend Raketen verfügen, die Israel erreichen können, berichtete der Militärkorrespondent des israelischen TV-Senders Channel 13 am 21. November.
Ein Großteil des verbliebenen Arsenals hat die israelischen Angriffe überstanden, weil es tief in unterirdischen Tunnelnetzen gelagert ist. Den Rest füllt der Iran durch Neuproduktion wieder auf, so der Bericht. Eine wichtige Lehre, die der Iran laut israelischer Analyse aus dem Krieg gezogen zu haben scheint, ist die Bedeutung, tiefer unter der Erde zu operieren und sich weniger auf die Genauigkeit der Raketen zu verlassen.
Während des vom 13. bis 24. Juni dauernden Konflikts feuerte der Iran mehr als 550 ballistische Raketen und über 1.000 Drohnen auf Israel ab. Israelische Angriffe zerstörten laut dem israelischen Außenministerium weitere 1.000 Raketen und etwa 250 Abschussvorrichtungen.
Wachsende Besorgnis
Israel betrachtet den erneuten Aufbau mit wachsender Besorgnis. Ali Vaez, Iran-Projektleiter der International Crisis Group, erklärte am 9. November gegenüber der New York Times, der Iran plane, bei einem nächsten Konflikt »2.000 Raketen auf einmal abzufeuern, um die israelische Verteidigung zu überwältigen, und nicht 500 über zwölf Tage« wie beim letzten Mal. Dem Bericht zufolge baut der Iran auch sein Luftabwehrnetz aus.
Es gibt noch keine Anzeichen dafür, dass der Iran auch wieder mit der Anreicherung von Uran begonnen hat, aber er baut die von Israel beschädigten Anlagen und die Infrastruktur rund um sein Atomprogramm wieder auf. Zugleich scheint der Iran an einer neuen Anreicherungsanlage namens Pickaxe Mountain zu arbeiten, so die New York Times.
Ein Sicherheitsbeamter sagte gegenüber Channel 13, Israel werde bei einer erneuerten Auseinandersetzung mit dem Iran »viel aggressiver reagieren als in früheren Runden«, wobei sich das Militär auf einen Konflikt vorbereitet, der länger als zwölf Tage dauern und möglicherweise auch die Huthi-Milizen im Jemen zum Ziel haben werde.
Bereits am 27. Juni wies der israelische Verteidigungsminister Israel Katz die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (IDF) an, einen Durchsetzungsplan gegen den Iran auszuarbeiten, der Maßnahmen zur Wahrung der Luftüberlegenheit Israels, zur Verhinderung des Fortschritts der Atom- und Raketenprogramme Teherans und zur Reaktion auf die Unterstützung des Terrorismus durch die Islamische Republik umfasst. »Wir werden regelmäßig handeln, um Bedrohungen dieser Art zu vereiteln«, sagte Katz. Es gehe darum, »dass der entmachtete Kopf der Schlange in Teheran versteht und sich in Acht nimmt: Die Operation Rising Lion war nur eine Vorschau auf eine neue israelische Politik. Nach dem 7. Oktober ist die Immunität vorbei.«






