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Iran: Ölarbeiter schließen sich Protesten an

Das south-Pars-Ölfeld im Iran
Das Aouth-Pars-Ölfeld im Iran (© Imago Images / Xinhua)

Die Beschäftigten der Erdölindustrie spielten schon während der Revolution von 1979 eine gewichtige politische Rolle. Damals stürzten sie den Schah, nun könnten sie das Mullah-Regime zu Fall bringen.

Vertragsarbeiter in petrochemischen Anlagen und Ölraffinerien traten Montag und Dienstag im ganzen Iran in Streik, während die Proteste nach der Tötung von Mahsa Amini durch die Sittenpolizei in die vierte Woche gingen.

Arbeiter des South-Pars-Gasfelds erklärten in einem in den sozialen Medien verbreiteten Video, den Sicherheitskräften, die Demonstranten angreifen, drei Tage Zeit zu geben, um ihre Waffen niederzulegen, und warnten davor, »sonst alles [zu] zerstören, was wir aufgebaut haben«. Ein weiteres Video, das von der South-Pars-Plattform stammen soll, zeigt einen Arbeiter, der seine Solidarität mit den streikenden Ölarbeitern ankündigt und die Warnung wiederholt, die Arbeiter würden »alles zerstören«, was sie aufgebaut hätten, sollte die Unterdrückung der Demonstranten nicht aufhören.

Der Organisationsrat für Proteste der Ölvertragsarbeiter hatte bereits Ende September mit Streikmaßnahmen der Beschäftigten der petrochemischen Industrie gedroht, sollte die Unterdrückung der Demonstranten anhalten.

Am Montag begannen die Ölarbeiter in Hengam und Bushehr mit Streiks, um die landesweiten Proteste zu unterstützen. Im Laufe des Tages schlossen sich die Beschäftigten des petrochemischen Unternehmens Kangan und der Raffinerie Abadan den Streiks an. Videos aus einer Anlage in Asaluyeh zeigen, wie Arbeiter »Tod dem Diktator« skandierten, und auch aus anderen Anlagen gibt es Aufnahmen von Arbeitern, die sich versammeln.

Der Organisationsrat wandte sich an die Beschäftigten der Öl- und petrochemischen Industrie im ganzen Land und erklärte: »Jetzt ist es an der Zeit, breit zu protestieren und uns auf landesweite, ergebnislose Streiks vorzubereiten.« Die Regierung forderte der Rat auf, alle festgenommenen Demonstranten freizulassen und die Angriffe auf die Protestierenden einzustellen. Mindestens elf streikende Ölarbeiter sind nach Angaben des Rates seit Montag verhaftet worden.

Die Streiks der Ölarbeiter spielten eine entscheidende Rolle bei der Islamischen Revolution von 1979, die zum Sturz des Schahs führte. Sollte der Streik über einen längeren Zeitraum andauern, könnte er der Stabilität des Regimes erheblichen Schaden zufügen, auch wenn dies von einer Reihe verschiedener Faktoren abhängt, unter anderem davon, ob sich auch weitere Industriezweige dem Streik anschließen und wie sich die Arbeiter organisieren.

Der Gouverneur von Bushehr, Ahmad Mohammadizadeh, rief am Dienstag iranischen Medien zufolge dazu auf, die Forderungen der streikenden Arbeiter ernst zu nehmen. »Alle Arbeitnehmergruppen, einschließlich diejenigen des staatlichen Sektors und der Arbeitgeber, müssen die Würde der Arbeitnehmer schützen. Den gewerkschaftlichen Forderungen der Arbeiter in der Region South Pars sollten in ernsthafter und prioritärer Weise Aufmerksamkeit zukommen.«

Im Zuge der Proteste wurden auch in anderen Sektoren Streiks gemeldet, darunter auf Basaren und Märkten in Teheran und an Universitäten. Die Gewerkschaft Haft Tappeh Sugarcane Agro-industrial Complex Labor Syndicate rief weitere Branchen und Unternehmen dazu auf, sich dem landesweiten Streik anzuschließen. »Freiheit von Unterdrückung und Ausbeutung, von Diskriminierung und Ungleichheit ist mit Einigkeit und Solidarität möglich«, so die Gewerkschaft.

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