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Iran macht ersten Spatenstich für neues Atomkraftwerk

Protest gegen die Atomverhandlungen mit dem Iran in Duisburg
Protest gegen die Atomverhandlungen mit dem Iran in Duisburg (© Imago Images / NurPhoto)

Die Enthüllung über den Bau einer neuen Anlage erfolgte nur zehn Tage, nachdem der Iran in seiner Anlage in Fordo mit der Anreicherung von Uran auf sechzig Prozent begonnen hatte.

Wie die Nachrichtenagentur Associated Press berichtete, hat der Iran am Samstag mit dem Bau eines neuen Kernkraftwerks im Südwesten des Landes begonnen. Die Errichtung des 300-Megawatt-Kraftwerks mit dem Namen Karoon wird Berichten zufolge acht Jahre lang dauern und rund zwei Milliarden Dollar kosten.

Derzeit verfügt der Iran über ein betriebsbereites Kernkraftwerk in der Nähe der Hafenstadt Bushehr im Süden des Landes, das 2011 mit russischer Hilfe in Betrieb genommen wurde, sowie über zahlreiche unterirdische Anlagen. Die Enthüllung über den Bau einer neuen Anlage erfolgte nur zehn Tage, nachdem der Iran in seiner tief in einem Berg liegenden Anlage in Fordo mit der Anreicherung von Uran auf sechzig Prozent begonnen hatte, was einen bedeutenden Schritt auf dem Weg zur Produktion waffentauglichen Urans bedeutet.

Angesichts dessen spekulierte der Leiter des militärischen Nachrichtendienstes der Israelischen Verteidigungskräfte, Aharon Haliva, Teheran werde in Kürze damit beginnen, zumindest eine »symbolische« Menge Uran auf waffenfähige neunzig Prozent anzureichern, auch wenn er hinzufügte, dass es noch einige Zeit dauern wird, bis der Iran einen funktionsfähigen Sprengkopf für eine Atombombe entwickelt habe. 

Haliva warnte jedoch, Teheran habe »bedeutende Fortschritte« bei seinem Atomprogramm gemacht und die internationale Gemeinschaft bald vor ihrer »größten Prüfung« stehen werde, möchten sie die Islamische Republik daran hindern, eine Atombombe herzustellen.

Unterdessen erklärten israelische Verteidigungsbeamte, die USA würden einen israelischen Angriff unterstützen, um das iranische Atomprojekt zu zerstören. Die amerikanischen Entscheidungsträger seien sich darüber im Klaren, dass der Iran und sein Atomprogramm den Weltfrieden und die globale Ordnung bedrohen, sagten die ungenannten Quellen der israelischen Tageszeitung Yediot Aharonot.

Ein ranghoher Offizier fügte hinzu, die Chancen für einen Abschluss über die Rückkehr zum Atomabkommen von 2015 seien gering. Die einzige verbleibende Option sei ein Krieg, der »bald« stattfinden werde. Unabhängig davon berichtete der Journalist Noam Amir, Israel habe mehr als fünfzig Prozent der Vorbereitungen für einen Angriff auf den Iran abgeschlossen.

Richtiger Zeitpunkt für Angriff

Einige hochrangige Verteidigungsbeamte sind der Meinung, Israel solle bald angreifen, da der geopolitische Zeitpunkt ideal sei. Die militärische Partnerschaft Teherans mit Russland in der Ukraine schaffe eine günstige Gelegenheit, um mit der stillen Unterstützung der USA und Europas zuzuschlagen.

Die ungenannten Sicherheitsquellen erklärten gegenüber Yediot Aharonot, es sei schwer vorstellbar, dass Israel keine militärische Gewalt anwenden werde, um das iranische Atomprogramm zu stoppen. Teheran sei nur noch zehn bis vierzehn Tage von der Anreicherung von waffenfähigem Uran entfernt, sagte der ehemalige IDF-Geheimdienstchef Amir Hayman der Tageszeitung Israel Hayom. Parallel dazu beabsichtige der neue Premierminister Benjamin Netanjahu, seine Amtszeit der Beendigung der nuklearen Bedrohung zu widmen, so der Bericht von Yediot Aharonot.

Zuvor hatte ein enger Verbündeter Netanjahus erklärt, der künftige Premierminister werde einen Schlag anordnen, sollten die Gespräche über ein Atomabkommen scheitern. Das langjährige Mitglied der Likud-Partei Tzachi Hanegbi schrieb, Netanjahus Hauptaufgabe werde darin bestehen, den Iran zu stoppen, und die Zeit für schicksalhafte Entscheidungen rücke näher.

Unterdessen weiten Israel und die Vereinigten Staaten ihre militärische Zusammenarbeit aus. So war IDF-Chef Aviv Kochavi vergangene Woche in Washington, um sich die amerikanische Unterstützung für einen Angriff zu sichern. Der Armeechef soll während seines Besuchs praktische Angriffspläne gegen den Iran mit den Amerikanern koordiniert haben, erklärte eine Quelle aus Israels Verteidigungsministerium gegenüber Israel Hayom.

Nach seiner Rückkehr aus den USA kündigte Kochavi an, die gemeinsamen militärischen Aktivitäten der USA und Israels würden in naher Zukunft »erheblich ausgeweitet« werden. Erst kürzlich hielten die beiden Länder ein gemeinsames Manöver ab, um Luftangriffe auf den Iran und seine regionalen Milizen zu trainieren. Bereits im Sommer testeten die IDF und die US-Streitkräfte gemeinsame Luftabwehrsysteme, um sich auf einen schweren Raketenangriff auf Israel vorzubereiten.

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