Irans Oberster Führer und die Revolutionsgarden wollen in Verhandlungen mit den USA nicht über das Atomprogramm sprechen.
Der iranische Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf ist inmitten interner Spaltungen als Teherans Chefunterhändler mit den Vereinigten Staaten zurückgetreten, wie iranische Oppositionsmedien und israelische Medien am Wochenende berichteten. Laut dem israelischen Sender Channel 12 News führte Ghalibaf die zunehmende Einmischung des Korps der Islamischen Revolutionsgarden als Grund für seinen Rücktritt an.
Unterdessen zitierte das oppositionelle Medium Iran International ungenannte Quellen mit der Aussage, Ghalibaf sei zum Rücktritt gezwungen worden, nachdem er wegen seines Vorhabens, die Atomfrage in die Gespräche einzubeziehen, gerügt worden sei. Dem Bericht zufolge wurde Saeed Jalili – ein Hardliner, der Berichten zufolge von Ghalibaf wegen seiner Kritik an den Gesprächen als »Extremist« bezeichnet worden war – als Teherans neuer Chefunterhändler ins Auge gefasst. Auch der iranische Außenminister Abbas Araghchi strebte die Übernahme dieser Rolle an, wie Quellen gegenüber Iran International sagten.
Dem Sender zufolge war die iranische Delegation letzte Woche bereit, nach Islamabad aufzubrechen, als eine Nachricht aus dem engsten Kreis des Obersten Führers Mojtaba Khamenei die Diskussion über das Atomprogramm ausschloss und den Außenminister dafür rügte, dass er das Thema in früheren Verhandlungen angesprochen hatte. Araghchi soll darauf geantwortet haben, dass eine Reise nach Pakistan keinen Sinn habe, da der Ausschluss der Atomfrage jegliche Aussicht auf Fortschritte bei den Friedensgesprächen zunichtemachen würde.
US-Präsident Donald Trump erklärte am Samstag, er habe die Reise der amerikanischen Delegation nach Islamabad abgesagt, da die iranischen Vertreter Pakistan bereits verlassen hätten. Trump begründete seine Entscheidung auf Truth Social wie folgt: »Zu viel Zeitverschwendung durch Reisen, zu viel Arbeit! Außerdem herrscht innerhalb ihrer ‚Führung‘ enorme interne Zerrissenheit und Verwirrung. Niemand weiß, wer das Sagen hat, nicht einmal sie selbst. Außerdem haben wir alle Vorteile in der Tasche, sie haben keine! Wenn sie reden wollen, müssen sie nur anrufen!!!“, so der Präsident.
(Der Artikel ist auf Englisch vom Jewish News Syndicate veröffentlicht worden. Übersetzung von Florian Markl.)






