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Iran kann innerhalb von vier Monaten genug Uran für eine Bombe anreichern

Urananreicherungszentrifugen in der iranischen Atomanlage Natanz
Urananreicherungszentrifugen in der iranischen Atomanlage Natanz (Quelle: JNS)

Laut dem jährlichen Bericht des Militärischen Nachrichtendienstes der Israelischen Streitkräfte IDF zur Einschätzung der Bedrohungslage wird die Hisbollah wahrscheinlich „begrenzte“ Offensiven gegen Israel starten, aber keinen Krieg.

Lilach Shoval

Laut dem am Dienstag veröffentlichten jährlichen Bericht des Militärischen Nachrichtendienstes der Israelischen Verteidigungskräfte (IDF) zur Einschätzung der Bedrohungslage, könnte der Iran innerhalb von zwei Jahren eine Atombombe entwickeln. Weiters enthält der Bericht die Einschätzung, dass die Hisbollah keinen großen Krieg beginnen wird.

Iranische Bombe

Der Bericht, der sich auf die Sicherheitsherausforderungen konzentriert, mit denen Israel in den nächsten 12 Monaten rechnen muss, schätzt, dass die Islamische Republik innerhalb von vier Monaten genug Uran anreichern kann, um eine Bombe herzustellen.

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Nach Angaben der IDF verfügt der Iran derzeit über 1.300 Kilogramm Uran, die auf 4 Prozent angereichert sind, und 17 Kilogramm, die auf 20 Prozent angereichert sind. Um eine Atombombe herzustellen, benötigt der Iran 40 Kilogramm auf 90 Prozent angereichertes Uran.

Die Iraner haben ihr Atomprojekt seit der Tötung des wichtigen Atomwissenschaftlers Mohsen Fakhrizadeh, die Israel zugeschrieben wird, nicht weiter vorangetrieben, da sie noch keinen Ersatz für ihn gefunden haben, so die Einschätzung. Sie stellt jedoch fest, dass Teheran gegen das 2015 geschlossene Atomabkommen „Joint Comprehensive Plan of Action“ verstößt.

Hisbollah will keinen großen Krieg

Darüber hinaus schätzt die IDF, dass die vom Iran unterstützte Hisbollah und andere Terrorgruppen im kommenden Jahr wahrscheinlich mehrere „begrenzte Offensiven“ gegen Israel initiieren werden, was Israel zwingen würde, deren Aktivitäten in Syrien entweder zu minimieren oder zu beenden.

Allerdings würden diese Offensiven wahrscheinlich ohne Schaden für israelische Zivilisten durchgeführt werden, da dies zu einer Eskalation des Konflikts durch Israel führen würde, was die Hisbollah zurzeit nicht will. Zum Zweck solcher Offensiven hat die Hisbollah eine spezielle „Schockeinheit“ ausgebildet, so der Bericht.

Derzeit geht die IDF davon aus, dass die Hisbollah über ein Arsenal von einigen Dutzend präzisionsgelenkten Raketen verfügt, und nicht über Hunderte, wie zuvor berichtet wurde. Im Moment glaubt die IDF, dass sie an dieser Front noch einen Vorsprung vor der Hisbollah hat.

Aufrüstung trotz Krise

Israels Feinde, von denen die meisten zwar von der schweren wirtschaftlichen, sozialen und gesundheitliche Krise betroffen sind, haben jedoch trotz der anfänglichen Unterbrechung durch die Coronavirus-Pandemie nicht von ihren Bemühungen um Aufrüstung und Truppenaufstockung abgelassen.

Das gilt für den Iran und seine Stellvertreter in Syrien, im Irak und in Jemen, für die Hamas und den Palästinensischen Islamischen Dschihad (PIJ) in Gaza sowie für die Hisbollah im Libanon.

Im Allgemeinen glauben die IDF, dass ihre Kampagne gegen die iranische Verankerung in Syrien dem Ziel des Irans erfolgreich entgegengewirkt hat, eine signifikante militärische Präsenz in Syrien zu etablieren. Der so genannte „Krieg zwischen den Kriegen“ hat das Regime in Teheran aber nicht davon abgehalten, seine Bemühungen fortzusetzen.

Iranische Stellvertreter im Jemen und Irak

Die IDF glauben, dass die Islamische Republik aufgrund ihrer Erfolge gegen den Iran in Syrien dazu übergegangen ist, ihre bereits starke militärische Präsenz im Irak und im Jemen zu verstärken, von wo aus ihre Stellvertreter Angriffe auf Israel mit Langstreckenraketen oder bewaffneten Drohnen starten können.

Diese fortschrittlicheren und leistungsfähigeren Waffen sind leichter in den Irak und Jemen zu schmuggeln als nach Syrien oder in den Libanon, aber die größere Reichweite gibt Israel auch mehr Zeit, sich zu verteidigen. Im Falle eines Drohnenangriffs aus dem Jemen hätten die IDF laut dieser Einschätzung etwa sechs Stunden Zeit, den Angriff zu entdecken und ihm etwas entgegenzusetzen.

Assads Zögern gegenüber dem Iran

Der Bericht sagt auch, dass der syrische Präsident Bashar Assad versuchen wird, die Beziehungen zu seinen Nachbarn zu verbessern und in die Arabische Liga zurückzukehren. Darüber hinaus will er seine Armee, insbesondere die Luftabwehrdivisionen, wiederaufbauen.

Große Teile Syriens, vor allem im Norden, werden weiterhin unter kurdischer oder türkischer Kontrolle bleiben, so die Einschätzung. Assad zögert noch immer, gegen die fortgesetzte Verankerung des Irans in seinem Land vorzugehen, und es ist unwahrscheinlich, dass er seine Meinung in nächster Zeit ändern wird.

Fragile Ruhe in Gaza

An der palästinensischen Front strebt die Hamas zwar eine langfristige Waffenstillstandsvereinbarung mit Israel an, doch die derzeitige Ruhe an der Grenze zum Gazastreifen ist sehr fragil. Die IDF bezweifeln auch, dass die bevorstehenden Parlaments- und Präsidentschaftswahlen, die die Palästinensische Autonomiebehörde im Mai bzw. Juli abhalten will, erfolgreich durchgeführt werden.

Hamas und der Palästinensische Islamische Jihad, so die Einschätzung, werden ihre Macht im Gazastreifen weiter festigen, mit dem Schwerpunkt auf ihren Raketenarsenalen, während sie noch versuchen, diejenigen zum Schweigen zu bringen, die zu Angriffen auf Israel aufrufen.

Neue US-Regierung

Was die neue Regierung in Washington betrifft, so schätzt der Bericht, dass sie sich weitaus stärker global engagieren wird als ihre Vorgängerin, was für Israel einige Vorteile bringen könnte.

Lilach Shoval ist ein israelischer Korrespondent für Militär- und Verteidigungsfragen. Der Artikel „IDF: Iran can enrich enough uranium for a bomb within four monthsist zuerst beim Jewish News Syndicate erschienen. Übersetzung von Alexander Gruber.

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