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Iran und Hisbollah in Irlands größte Drogenschmuggelaktion verwickelt

Irland ermittelt: Iran und Hisbollah schmuggeln Drogen und waschen Geld für Venezuela
Irland ermittelt: Iran und Hisbollah schmuggeln Drogen und waschen Geld für Venezuela (© Imago Images / Depositphotos)

Der Prozess gegen acht Personen, die versucht hatten, über zwei Tonnen Kokain zu schmuggeln, deckte Netzwerke auf, die sich über den Nahen Osten und Venezuela erstrecken.

Ein irisches Gericht verurteilte am 4. Juli zwei iranische Staatsangehörige wegen transnationalen Drogenhandels mit mehr als 2,2 Tonnen Kokain, während die Behörden mutmaßliche Verbindungen zur Hisbollah und zum iranischen Regime untersuchen, wie irische Medien berichteten. Der ehemalige Kapitän des Frachtschiffs MVMatthew Soheil Jelveh (51) und der hochrangige Offizier mit langjähriger Seefahrterfahrung Saied Hassani (39) wurden wegen Drogenhandels zu Haftstrafen von siebzehneinhalb bzw. fünfzehn Jahren verurteilt. Sie gehörten zu acht Personen, die am Freitag zu insgesamt 129 Jahren Haft verurteilt wurden, wie der Irish Examiner meldete.

Die von Venezuela aus in See gestochene MV Matthew wurde im September 2023 vor der irischen Küste abgefangen und führte zur größten Beschlagnahmung von Kokain in der Geschichte des irischen Staats. Die Ladung war während der Nacht von bewaffneten Männern auf See verladen worden. Die Behörden vermuten, dass die engen ideologischen und finanziellen Verbindungen Venezuelas sowohl zum Iran als auch zur Hisbollah eine Rolle bei der Ermöglichung der Lieferung gespielt haben könnten, berichtete der Irish Examiner.

Die Behörden gehen davon aus, dass Jelveh und Hassani unter der Leitung einer Person mit dem Pseudonym »Captain Noah« standen, die vor Gericht als Mehdi Bordbar identifiziert wurde, ein mutmaßlicher Hisbollah-Agent mit Sitz in Dubai. Die Ermittler vermuten, dass Bordbar, der sich derzeit im Nahen Osten aufhalten soll, die Operation aus der Ferne über verschlüsselte Messaging-Apps koordinierte. Laut dem Bericht laufen internationale Ermittlungen zu seinen Verbindungen zur transnationalen organisierten Kriminalität.

Gescheiterter Plan

An dem gescheiterten Schmuggelplan war auch ein zweites Schiff beteiligt, die MV Castlemore, die laut Berichten von mit dem Netzwerk in Verbindung stehenden Personen für mehr als 351.000 Dollar in Irland gekauft wurde, wobei das Geld aus Dubai überwiesen wurde. Die MV Castlemore sollte sich mit der MV Matthew treffen, um die Drogen abzuholen, lief jedoch nach einem Motorschaden vor der Küste von Wexford auf Grund, was zum Scheitern der Operation führte. Die beiden Besatzungsmitglieder wurden mit einem Hubschrauber gerettet und später festgenommen.

Unter den Verurteilten war auch der 49-jährige niederländische Staatsbürger Cumali Ozgen, der vor Gericht als »Augen und Ohren« des Kartells an Bord der MV Matthew bezeichnet und zu zwanzig Jahren Haft verurteilt wurde. Die anderen Beteiligten waren drei Ukrainer, ein Filipino und der britische Staatsbürger Jamie Harbron, der mit 13,5 Jahren Haft die mildeste Strafe der acht Verurteilten erhielt.

Drogenschmuggel und Geldwäsche

Auf einer Pressekonferenz auf der Haulbowline Naval Base sagte die stellvertretende Polizeikommissarin Angela Willis, es sei mit großer Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass das Kinahan-Kartell, ein großes irisches transnationales Verbrechersyndikat, in den Fall verwickelt sei. Sie beschrieb die Schmuggeloperation als ein multinationales kriminelles Netzwerk, an dem auch transnationale Organisationen mit Verbindungen zum Nahen Osten beteiligt seien.

Die Hisbollah wickelt Kokainlieferungen und deren weltweiten Vertrieb ab und wäscht die Erlöse durch komplexe kommerzielle Konstrukte, wie aus einem Bericht hervorgeht, der im vergangenen Jahr von Emanuele Ottolenghi von der Foundation for Defense of Democracies, einem in den USA ansässigen Thinktank, veröffentlicht wurde. Dem Bericht zufolge ist die Hisbollah dem venezolanischen Regime behilflich, Geld über mehrere Zwischenstationen zu waschen.

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