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Iran veranstaltet wieder einen Wettbewerb für antisemitische Karikaturen

Iranerin in der Holocaustkarikaturen-Ausstellung von 2006
Iranerin in der Holocaustkarikaturen-Ausstellung von 2006 (© Imago Images / UPI Photo)

Dieses Mal werden die Teilnehmer aufgerufen, unter anderem die Friedensabkommen der VAE und Bahrains mit Israel ins Visier zu nehmen.

David Andrew Weinberg, ADL

Am 12. September kritisierte der US-Außenminister Mike Pompeo die iranische Regierung dafür, dass sie eine antisemitische Verleumdungskampagne zum 11. September gefördert und einen weiteren Holocaust-Karikaturenwettbewerb angekündigt habe. Dieser abstoßende antisemitische Karikaturenwettbewerb ist nun offiziell im Gange.

Zum Zeitpunkt des Tweets von Sekretär Pompeo gab es nur wenige Informationen über den von Teheran organisierten neuen Karikaturenwettbewerb. Ein Organisator des letzten Wettbewerbs, Masoud Shojaei-Tabatabai, hatte in der iranischen Presse die Hoffnung geäußert, einen solchen Wettbewerb erneut ausrichten zu können, der sich auf die Frage konzentrieren würde, „warum die palästinensische Nation für den Holocaust bezahlen muss“, aber es schienen noch keine weiteren Informationen zugänglich gewesen zu sein.

Doch kurz darauf wurde Shojaei-Tabatabai auf der persönlichen Website des iranischen Obersten Führers Ali Khamenei zu einem Interview eingeladen, in dem er ankündigte, dass der Aufruf zur Einreichung von Beiträgen zu seinem Wettbewerb binnen weniger Tage veröffentlicht werden würde. (…)

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Shojaei-Tabatabai bestätigte, dass dies der dritte Aufruf zur Einreichung von Beiträgen zu einem Wettbewerb über den Holocaust im Iran sein würde. Dieser Karikaturenwettbewerb sei „eine Waffe“ für den Iran, weil „wir die internationale Holocaust-Debatte herausfordern [und] sie deswegen verrückt werden.“ Die Einreichung für den Wettbewerb wurde offiziell am Dienstag, dem 22. September, unter dem Titel „Palästina ist nicht allein“ gestartet, wie der Wettbewerb nun anstatt des zuvor von Shojaei-Tabatabai angekündigten Titels: „Buße für den Holocaust“ heißt. (…)

Die Ankündigung der Veranstaltung lässt vermuten, dass die politischen Karikaturen sich speziell darauf konzentrieren sollen, jene Nationen – wie die Vereinigten Arabischen Emirate und Bahrain –, die mit Israel Frieden schließen, als Verräter darzustellen. Die Trickfilme und Zeichnungen sollen zu einer der drei Kategorien eingereicht werden: (1) Opposition gegen solche Friedensabkommen durch „den Widerstand“, d.h. terroristische Gruppen, die von Teheran unterstützt werden, (2) Heuchelei des Westens, der die Diffamierung der Religion als eine Form der Meinungsfreiheit zulässt, sowie (3) Ungerechtigkeit, nach dem Zweiten Weltkrieg eine jüdische Heimat in Palästina statt in Europa zu schaffen. (…)

Weit davon entfernt, eine private Initiative zu sein, ist auch dieser Wettbewerb – wie schon die ersten beiden – ein Projekt staatlicher Organe des Regimes. Insbesondere ist die Veranstaltung ein Projekt der „Arts Zone Division“ der Organisation zur Verkündigung des Islam, die direkt dem Obersten Führer des Regimes, Ali Khamenei, unterstellt ist. Shojaei-Tabatabai leitet das Zentrum für visuelle Künste dieser „Arts Zone Division“, an der Eröffnungsveranstaltung des Wettbewerbs am 22. September nahm auch der Generaldirektor der Arts Zone, Mohamad Mahdi Daman, teil, worüber in der vom Regime kontrollierten iranischen Presse ausführlich berichtet wurde.

(Aus dem Artikel „Tehran Launches its Third Holocaust Denial Cartoon Contest“, der bei der Anti-Defamation League erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

Iran veranstaltet wieder einen Wettbewerb für antisemitische Karikaturen
Plakat zum aktuellen Holocaustkarikaturen-Bewerb im Iran

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