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Iran enttäuscht über mangelnde russische Unterstützung

Schäden nach dem Einschlag einer russischen Drohne, wahrscheinlich iranischer Bauart, in der Ukraine. (© imago images/Anadolu Agency)
Schäden nach dem Einschlag einer russischen Drohne, wahrscheinlich iranischer Bauart, in der Ukraine. (© imago images/Anadolu Agency)

Die militärische Kooperation mit Russland läuft gar nicht so, wie das iranische Regime sie sich vorgestellt hat.

Nach der russischen Invasion in die Ukraine schien die militärische Kooperation Russlands mit dem iranischen Regime deutlich zuzunehmen. Als der erhoffte rasche Sieg über die Ukraine sich nicht einstellte, verlegte sich Russland zunehmend auf Terrorangriffe aus der Luft. Dazu bediente es sich der eigenen Luftwaffe, seines umfangreichen Raketenarsenals – und zunehmend Drohnen iranischer Bauart.

Anfang 2023 unterzeichneten Russland und der Iran ein eindreiviertel Milliarden Dollar schweres Abkommen über den Bau einer Drohnenfabrik in Russland, in der massenhaft Drohnen des iranischen Typs Shahid-136 hergestellt werden sollten. Aber über den Deal, der im Iran als großer Erfolg gefeiert wurde, ist in Teheran mittlerweile Ernüchterung eingetreten, wie ein Bericht auf CNN ausführt.

Die vereinbarte Fabrik wurde knapp tausend Kilometer entfernt von Moskau errichtet und läuft mittlerweile auf Hochbetrieb. Bis zu neunzig Prozent des russischen Drohnenbedarfs werden bereits im eigenen Land produziert, auf Importe aus dem Iran ist Russland damit nicht mehr angewiesen. Und nicht nur das: Durch ihren massenweisen Einsatz zur Bombardierung der Ukraine haben die Russen wertvolle Erfahrung mit der ursprünglich iranischen Drohne gewonnen, die sie offenbar genutzt haben, um diese weiterzuentwickeln.

Jetzt schickt sich Russland an, die verbesserten, ehemals iranischen Drohnen in Eigenregie weltweit zu vermarkten – und damit in direkte Konkurrenz zu den Iranern zu treten, die sich das ganz anderes vorgestellt haben. Zumal die russische Weiterentwicklung die Produktionskosten der Drohnen dramatisch reduziert hat, was sie für potenzielle Käufer umso interessanter macht als die teureren iranischen Originale.

Kaum Unterstützung

Enttäuscht ist man im Iran nicht nur über die Folgen des Drohnendeals, sondern auch darüber, dass aus Russland nie jene Unterstützung gekommen ist, die man sich als Folge der Kooperation gewünscht hatte. Das wurde insbesondere während des zwölftägigen Kriegs zwischen dem iranischen Regime und Israel deutlich, als Russland zwar die israelischen Angriffe verurteilte, aber abgesehen davon seine vermeintlichen Partner in Teheran ziemlich im Regen israelischer Raketen und Bomben stehen ließ.

Man habe sich zwar kein direktes militärisches Eingreifen erwartet, sagte ein Mitarbeiter des regimetreuen Center for Strategic Studies in Teheran, das zum Apparat des iranischen Präsidenten gehört, aber »operative Unterstützung in Form von Waffenlieferungen, technologischer Unterstützung, Austausch von Geheimdienstinformationen oder Ähnlichem« hatte man sich im Iran wohl doch erhofft.

Immerhin scheint Russland dem iranischen Regime seit dem Ende des Kriegs vermehrt militärisch unter die Arme zu greifen. Mehrere russische Transportflugzeuge dürften im Juli militärische Güter in den Iran gebracht haben. Iranischen Medienberichten sollen sich darin Teile des S-400-Luftabwehrsystems befunden haben.

Das Fehlen einer funktionierenden Luftabwehr war einer der eklatantesten Mängel der Iraner im kurzen Krieg mit Israel, in dem Letzteres praktisch freie Hand im iranischen Luftraum hatte und dort nach Belieben agieren konnte.

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