Eine Reihe mysteriöser Explosionen und Bränden in Wohnhäusern, Ölraffinerien und Fabriken hat im Laufe der letzten zwei Wochen den Iran in Unruhe versetzt.
Die iranischen Behörden versuchen derzeit mit allen Mitteln, die Bevölkerung zu beruhigen, indem sie die Explosionen auf Müllbrände und veraltete Infrastruktur zurückführen. Hinter verschlossenen Türen bezeichnen sie die Ereignisse jedoch als Sabotage und geben Israel die Schuld, berichtete die New York Times (NYT) am Mittwoch.
»Die iranischen Behörden zögern, ihre Vermutungen über eine mögliche Beteiligung Israels öffentlich zu äußern, weil sie sich laut eigenen Angaben nicht in eine Ecke drängen lassen wollen, in der sie zu Vergeltungsmaßnahmen gegen Israel gezwungen sind.« Israelische Beamte äußerten sich nicht zu dem Bericht, aber die NYT wies darauf hin, dass Mossad-Direktor David Barnea Ende Juni erklärt hatte, dass die Behörde ihre Operationen im Iran fortsetzen werde. »Wir werden dort sein, so, wie wir immer dort waren. Wir haben monate- und jahrelang daran gearbeitet, alle richtigen Maßnahmen zu ergreifen, um den passenden Moment zu finden.«
Israelische Sabotageakte?
Der NYT-Bericht basiert auf Interviews mit drei anonymen Funktionären, darunter ein Mitglied der Islamischen Revolutionsgarde (IRGC) und einem mit dem Iran vertrauten europäischen Beamten. Keiner von ihnen lieferte Beweise für die Behauptungen, Israel stecke hinter den fast täglichen Explosionen.
Laut dem IRGC-Mitglied trügen die anhaltenden Explosionen insgesamt zu einer wachsenden Besorgnis unter Beamten und Bürgern im Allgemeinen bei, und alle drei sind überzeugt, dass viele der Explosionen auf Sabotageakte zurückzuführen seien. Der europäische Beamte vermutete aufgrund früherer Aktionen Israels im Iran ebenfalls eine Beteiligung des Landes.
Von offizieller Seite heißt es, dass für die meisten »Unfälle« Gaslecks verantwortlich seien, die auf »abgenutzte Geräte, die Verwendung von minderwertigen Gasgeräten und die Missachtung von Sicherheitsvorschriften« zurückzuführen sind, sagte etwa der Direktor der Feuerwehr und der Behörde für öffentliche Sicherheit in Teheran, Ghodratollah Mohammadi, gegenüber staatlichen Medien. Die iranischen Behörden haben jedoch keine Erklärung für die Häufigkeit der Explosionen geliefert, die laut New York Times auf ein bis zwei pro Tag gestiegen sind.
Noch reagiert die Bevölkerung mit Humor auf die angespannte Lage und verbreitet in den sozialen Medien Bilder des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in der Uniform der iranischen Gasgesellschaft.






