Den zweiten Tag in Folge griff der Iran mit Drohnen und Raketen die Emirate an. Die Waffenruhe bröckelt zunehmend.
Die Vereinigten Arabischen Emirate berichteten am Dienstag, den zweiten Tag nacheinander, vom Iran mit Drohnen und Raketen angegriffen worden zu sein. Am Montag hatte die Islamische Republik dem Verteidigungsministerium der Emirate zufolge zwölf ballistische Raketen, drei Marschflugkörper und vier Drohnen auf die Vereinigten Arabischen Emirate abgefeuert.
Bei einem Drohnenangriff auf den Ölhafen im Emirat Fudschaira – der nicht am Persischen Golf liegt, sondern jenseits der Straße von Hormus am Golf von Oman – geriet eine Öl-Anlage in Brand. Drei indische Arbeiter wurden dabei verletzt.
Im Zuge des Iran-Kriegs war kein Land in der Region so vielen iranischen Angriffen ausgesetzt wie die Vereinigten Arabischen Emirate. Zwischen 20 und 30 Marschflugkörper, über 500 ballistische Raketen und über 2.000 Drohnen wurden vom iranischen Regime auf die VAE abgefeuert. Bei den Attacken wurden insgesamt 13 Menschen getötet, die meisten von ihnen waren Gastarbeiter.
Ende der Waffenruhe?
Was die neuerlichen iranischen Angriffe für den Weiterbestand der Waffenruhe mit den USA und Israel bedeuten, war am Dienstagabend noch unklar. Die iranisch-amerikanischen Verhandlungen zur Beendigung des Krieges scheinen ein weiteres Mal ins Stocken geraten zu sein, nachdem der Iran erneut Forderungen vorgelegt haben soll, die einer Kapitulation der USA gleichkämen.
Gleichzeitig scheinen die Amerikaner keine besondere Lust zu verspüren, den Krieg gegen die Islamische Republik wieder aufzunehmen. So bemühte sich General Dan Caine, der Generalstabsvorsitzende der US-Streitkräfte, die jüngsten Angriffswellen gegen die Vereinigten Arabischen Emirate eher herunterzuspielen. Bei einer Pressekonferenz im Pentagon sagte er, die iranischen Attacken lägen »zum gegenwärtigen Zeitpunkt unterhalb der Schwelle für die Wiederaufnahme größerer Kampfhandlungen«.
Auch US-Präsident Donald Trump, der sich vergangene Woche über mögliche weitere militärische Operationen informieren hat lassen, scheint nicht gewillt zu sein, den Krieg wiederaufzunehmen. Doch die zunehmenden Spannungen und die vermehrten Scharmützel um den Schiffsverkehr in der Straße von Hormus könnten rasch zu einem De-facto-Zusammenbruch der Waffenruhe führen.






