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Iraks Ölexporte brechen um über achtzig Prozent ein

Die irakischen Erdölexporte brachen im März um achtzig Prozent ein
Die irakischen Erdölexporte brachen im März um achtzig Prozent ein (© Imago Images / Wirestock)

Iraks Ölexporte und -einnahmen sind im März drastisch zurückgegangen, während Störungen in der Straße von Hormus den Seeverkehr weiterhin behindern.

Das irakische Ölministerium teilte am Montag unter Berufung auf offizielle Zahlen der staatlichen Organisation für Ölvermarktung (SOMO) mit, dass sich die Rohölexporte, einschließlich Kondensate, im März auf insgesamt 18,6 Millionen Barrel beliefen. Sie generierten Einnahmen in Höhe von etwa 1,96 Milliarden US-Dollar. Die Zahlen bedeuten einen steilen Rückgang gegenüber Februar, als der Irak mehr als 99 Millionen Barrel exportierte und Einnahmen in Höhe von 6,81 Milliarden US-Dollar erzielte. Der Rückgang beträgt daher über 80 Prozent.

Grund dafür sind die Einschränkungen des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus, die der Iran ab dem 8. März als Reaktion auf die amerikanische und israelische Militäraktion in Kraft setzte. Anfang März gelang es dem Irak noch, rund 15 Millionen Barrel durch die Straße von Hormus zu exportieren. Danach ging der Export auf ein Minimum zurück. Die strategisch bedeutsame Wasserstraße, über die rund zwanzig Prozent des weltweiten Öltransports auf dem Seeweg abgewickelt werden, verzeichnete selbst nach dem in der vergangenen Woche in Kraft getretenen Waffenstillstand zwischen Washington und Teheran nur begrenzte Aktivität.

Alternativen gesucht

Vor dem Krieg exportierte der Irak rund 3,4 Millionen Barrel pro Tag. Seit der Unterbrechung sucht Bagdad nach alternativen Exportrouten, da Öl etwa 90 Prozent der Staatseinnahmen ausmacht. Nachdem die Exporte aus dem Süden eingestellt wurden, ist der Irak auf Routen im Norden durch die Türkei angewiesen. Ende März begann er zudem, Öl per Tankwagen über den Grenzübergang al-Waleed in der Provinz Anbar und weiter über Syrien zu exportieren.

Nach Angaben des Ministeriums beliefen sich die Exporte aus den Ölfeldern im Zentrum und Süden im März auf insgesamt 14 Millionen Barrel. Die Lieferungen aus der Region Kurdistan über den türkischen Hafen Ceyhan betrugen 1,2 Millionen Barrel, während die Exporte aus Kirkuk über denselben Hafen 2,7 Millionen Barrel erreichten.

Mitte März einigten sich Bagdad und Erbil darauf, den Export von Kirkuk-Öl über die Pipeline der Region Kurdistan in die Türkei wieder aufzunehmen. Die Exporte über die Region Kurdistan waren seit März 2023 ausgesetzt, als ein Schiedsspruch aus Paris die Lieferungen in die Türkei stoppte. Das Ministerium erklärte Anfang März, die Wiederaufnahme der Exporte über den Norden könne dazu beitragen, »die Schwere der Krise zu mildern«.

Am Donnerstag teilte das Ministerium mit, dass trotz des Waffenstillstands kein Tanker mit irakischem Öl die Meerenge passiert habe. Daten der London Stock Exchange Group (LSEG) zeigten jedoch, dass am Samstag ein Tanker mit einer Ladekapazität von zwei Millionen Barrel irakischem Rohöl die Wasserstraße passiert hat.

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