Irak: Was der Iran mit den Protesten in Basra zu tun hat

„In den Straßen von Nadschaf, Basra, Maysan, Dhi Qar und Kerbala haben sich tausende Iraker versammelt, um gegen die steigende Arbeitslosigkeit, Korruption, Misswirtschaft und iranische Einmischung zu protestieren. Zu kleineren Demonstrationen kam es auch in der Hauptstadt Bagdad. Angesichts des Ausmaßes und der Ernsthaftigkeit der Proteste haben die Sicherheitskräfte scharfe Munition, Tränengas und Wasserwerfer gegen die Demonstranten eingesetzt. Quellen in der Polizei und im Gesundheitswesen zufolge sind dabei seit dem 8. Juli mindestens 14 Menschen getötet worden. Obgleich die Ölfelder, die für den ganz überwiegenden Teil der irakischen Ölexporte verantwortlich sind, sich in dieser südlichen Region befinden, bleibt sie, wie der größte Teil des Irak, weitgehend unterentwickelt und die Bevölkerung hat mit chronischen Stromsperren, mangelndem Zugang zu sauberem und sicherem Wasser und der Abwesenheit einer funktionierend Müllabfuhr zu kämpfen. (…)

Demonstranten versammelten sich am 8. Juli in den Straßen von Basra, nachdem der Iran, der die Region mit 1400 Megawatt Strom versorgt, seine Stromlieferungen plötzlich einschränkte. Dadurch verschlimmerte sich der Effekt der Hitzewelle, bei der die Menschen eine brütende Hitze von um die 48 Grad ertragen müssen. Teheran weigert sich, seinen drastischen Schritt zu erklären. Beobachter vermuten, es könnte sich um einen Versuch handeln, die irakische Regierung unter Druck zu setzen, damit sie ihre offenen Energierechnungen begleicht: eine Finanztransaktion, die seit dem Rückzug der USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran immer schwieriger wird. Saad Jawad, der an der London School of Economics Politikwissenschaft lehrt, meinte, der Rückzug der USA ‚stranguliere‘ die iranische Wirtschaft und treibe sie in die Enge. ‚Die Iraner wollen signalisieren, dass sie, wenn die Amerikaner die Ölexporte des Landes unterbinden, oder die EU daran hindern, im Iran zu investieren, an allen Ecken und Enden Probleme für die USA schaffen können – in Syrien, im Irak, in der Golfregion. Wo immer sie können.‘“ (Bericht auf Al Jazeera News: „Iraq protests: What you should know“)

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