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Irak: Vier schiitische Milizen lösen sich vom Iran

Der vom irakischen Großayatollah al-Sistani beaufsichtigte Imam-Ali-Schrein in Najaf
Der vom irakischen Großayatollah al-Sistani beaufsichtigte Imam-Ali-Schrein in Najaf (Quelle: Tasnim News Agency / CC BY 4.0)

Brigaden, die dem obersten schiitischen Kleriker Großayatollah Ali al-Sistani nahestehen, kündigten die Bildung einer Einheit an, die dem Stabschef der irakischen Streitkräfte und nicht dem Iran unterstellt ist.

Mustafa Saadoun, Al-Monitor

Vier Großayatollah Ali al-Sistani nahestehende Brigaden hielten vom 2. bis 4. Dezember eine Konferenz zur Unterstützung des Staates gegen die vom Iran geführten schiitischen Milizen ab. Die Abschlusserklärung war geprägt von einem scharfen Ton gegen Korruption und gegen die Ausnutzung des Krieges gegen den islamischen Staat für persönliche und parteipolitische Interessen durch die Milizen.

Die vier Brigaden sind: Liwa Ansar al-Marjaiya, Liwa Ali al-Akbar, Firqat al-Abbas al-Qitaliyah und Firqat al-Imam Ali al-Qitaliyah. Sie hatten zuvor darum gebeten, von den Volksmobilisierungseinheiten (PMU) abgetrennt zu werden und stattdessen dem irakischen Verteidigungsministerium angegliedert zu werden, als Teil der Integration in die staatlichen Streitkräfte. Die vier Fraktionen erklärten sich unter vollständiger Kontrolle des Staates stehend und forderten, direkt dem irakischen Premierminister, dem Oberbefehlshaber des Landes, unterstellt zu werden.

Die Abschlusserklärung wurde drei Tage nach der „Konferenz der Einheiten des Schreins“ im Imam-Ali-Schrein in Najaf veröffentlicht, wo al-Sistani, der oberste schiitischen Kleriker des Irak, lebt. (…) Ein Beamter in den „Einheiten des Schreins“ sagte Al-Monitor unter der Bedingung der Anonymität, dass sie daran arbeiteten, Organisationen, die die irakische Regierung unterstützten, von Fraktionen und politischen Parteien zu trennen, die den Interessen eines anderen Staates folgen. Dies war ein Hinweis auf den Iran, dem vorgeworfen wird, die PMU zu kontrollieren.

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Er sagte gegenüber Al-Monitor: „Einige der bewaffneten Fraktionen innerhalb der PMU nutzten die Fatwa al-Sistanis aus, um Entitäten parallel zum Staat und Streitkräfte parallel zu den regulären Truppen aufzubauen. Sie nutzten auch die Kapazitäten und die Macht der PMU für politische Ziele aus und waren in Korruption und Mord verwickelt. Die Fatwa, auf die sich der Beamte bezog, war der Aufruf al-Sistanis an Freiwillige, sich den offiziellen irakischen Sicherheitskräften anzuschließen, nachdem der islamische Staat 2014 Mosul und andere Teile des Irak erobert hatte. (…)

Beamte der „Einheiten des Schreins“ beschuldigten die irantreuen Gruppierungen, die dem iranischen Obersten Führer Ayatollah Ali Khamenei folgen, Reichtümer anzuhäufen und eigene Interessen zu verfolgen.

Der Schritt der „Einheiten des Schreins“, sich mit der Regierung zusammenzuschließen, war erwartet worden, zumal die vier Milizen während des Kampfes gegen den Islamischen Staat eng mit dem Stabschef der irakischen Streitkräfte zusammengearbeitet hatten und auch dafür bekannt waren, keine Menschenrechtsverletzungen zu begehen. (…)

Es scheint sehr wahrscheinlich, dass der Vorstoß der „Einheiten des Schreins“ zur Abspaltung von den PMU mit Wissen oder sogar auf Anweisung al-Sistanis erfolgte. Eine solche Konferenz könnte ohne die Zustimmung al-Sistani nicht im Imam-Ali-Schrein abgehalten werden. Nicht nur beaufsichtigt der Großayatollah den Schrein direkt, dieser ist auch nur wenige Schritte von seinem Wohnsitz entfernt.

(Aus dem Artikel Shiite factions close to Sistani move to separate from Iran-backed militias“ der zuerst bei Al-Monitor erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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