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Irak: Wer Frieden mit Israel will, lebt gefährlich

Der sunnitische Stammesführer Wisam al-Hardan bei seiner Rede auf der Friedenskonferenz
Der sunnitische Stammesführer Wisam al-Hardan bei seiner Rede auf der Friedenskonferenz (Quelle: Center for Peace Communications)

Nachdem die irakische Regierung Haftbefehle gegen die Teilnehmer an der Friedenskonferenz erlassen hatte, veröffentlichten schiitische Milizen sogar Todesdrohungen.

Aaron Boxerman, Times of Israel

Iraker, die an einer Konferenz teilgenommen hatten, auf der eine Normalisierung der Beziehungen zu Israel gefordert wurde, haben ihre Äußerungen dementiert oder widerrufen, nachdem sie mit Todesdrohungen und Haftbefehlen konfrontiert worden waren.

Am Freitag vor einer Woche versammelten sich über 300 Iraker aus dem ganzen Land zu einer Konferenz in der kurdischen Hauptstadt Erbil, auf der zu Frieden und Versöhnung mit Israel aufgerufen wurde. Der Irak befindet sich seit 1948, als der jüdische Staat gegründet wurde, im Krieg mit Israel.

Die Konferenz löste in den irakischen Medien sofort einen Sturm des Prostess aus. Der irakische Präsident und der Premierminister bezeichneten die Veranstaltung als illegal und schworen, die Teilnehmer strafrechtlich zu verfolgen. Das irakische Gesetz sieht strenge Strafen für Bürger und Einwohner vor, die Kontakte zu Israelis unterhalten. Normalisierungsbemühungen werden mit lebenslanger Haft geahndet.

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Im Anschluss an die Konferenz wurden drei Haftbefehle ausgestellt: gegen den Stammesführer Wisam al-Hardan und die Beamtin des irakischen Kulturministeriums Sahar al-Ta’i, die beide auf der Konferenz gesprochen hatten, sowie gegen den irakischen Parlamentsabgeordneten Mithal al-Alousi, einen langjährigen Befürworter der Normalisierung der Beziehungen zu Israel.

Es ist unklar, ob jemand verhaftet wurde, da al-Hardan Berichten zufolge unter dem Schutz der kurdischen Behörden steht und Al-Alousi sich in Deutschland aufhält. Von Al-Ta’i hat man seit ihren Äußerungen auf der Konferenz nichts mehr gehört, obwohl das Kulturministerium sie desavouiert hat.

Doch in einem Irak, in dem die Justizbehörden schwach sind, könnte größere Gefahr für die Teilnehmer von den vom Iran unterstützten Milizen ausgehen, die gedroht haben, Befürworter der Normalisierung zu töten, die an der Konferenz teilgenommen haben.

„Diejenigen, die auf dieser Konferenz die Idee der Normalisierung vertraten, sind legitime Ziele des islamischen Widerstands. Wir werden nicht nachlassen, diese Verräter zu verfolgen, wo immer sie sich aufhalten“, erklärten die „Wächter der Blutbrigaden“, einer vom Iran unterstützten Miliz, die in der Vergangenheit bereits Raketen auf Erbil abgefeuert hat.

Der mächtige pro-iranische Geistliche Muqtada al-Sadr, ein Politiker, der selbst die Milizen der „Friedensbrigaden“ befehligt, drohte, das Gesetz in die eigenen Hände zu nehmen. „Ich schöre, dass wir, strenge Maßnahmen gegen die Abbtrünnigen und Normalisierungsbefürworter und ergreifen werden, wenn sie nicht verhaftet werden“, sagte al-Sadr am Donnerstag in einer Erklärung.

Die Konferenz wurde vom Center for Peace Communications organisiert, das von Joseph Braude, einem amerikanischen Juden irakischer Abstammung, geleitet wird. Braude setzt sich seit mehreren Jahren für die Einrichtung arabischer Foren ein, die eine Normalisierung mit Israel fordern. Viele der Teilnehmer, darunter der Hauptredner al-Hardan, haben jedoch nach dem Prostestsurm den Aufruf zur Normalisierung widerrufen.

(Aus dem Artikel After death threats, Iraqis who attended pro-Israel normalization summit recant“, der in der times of Israel erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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