Generic selectors
Exact matches only
Search in title
Search in content
Search in posts
Search in pages

Irak: Der „Kreuzkönig“ ist tot

Al-Douri, der "Kreuzkönig" des Kartenspiels, mit dem die US-Armee im Irak nach Spitzen des Regimes suchte. (Foto: Florian Markl)
Al-Douri, der "Kreuzkönig" des Kartenspiels, mit dem die US-Armee im Irak nach Spitzen des Regimes suchte. (Foto: Florian Markl)

Ibrahim al-Douri stand Jahrzehnte treu an der Seite Saddam Husseins. Nach dessen Sturz arbeitete er mit dem Islamischen Staat zusammen.

Abdi Latif Dahir/Falih Hassan, The New York Times

Nach Angaben irakischer Offizieller und der Baath-Partei des verstorbenen Diktators ist einer der ranghöchsten Führer der Regierung Saddam Husseins und die ranghöchste Person, die sich nach der amerikanischen Invasion 2003 der Gefangennahme entzogen hat, verstorben.

Die Partei sagte am Sonntag, dass Izzat Ibrahim al-Douri (…) einen Tag zuvor im Irak gestorben sei. Muqtada al-Sadr, ein populistischer schiitischer Geistlicher und jetzt eine führende politische Persönlichkeit des Landes, twitterte über den Tod von Herrn Douri und wünschte ihm „die Hölle und ein schlimmes Schicksal“.

Die Baath-Partei nannte keine Todesursache. Aber Douri litt an Leukämie und wurde jahrelang deswegen behandelt, so Essam Alrawi, ein Kommandeur (…) der Baath-Partei, der in einem Interview aus der jordanischen Hauptstadt Amman sprach.

Werbung

Nach der Invasion der Vereinigten Staaten im Irak im Jahr 2003 wurde Douri in dem Kartenspiel, das Bilder der meistgesuchten Mitglieder von Husseins Regime beinhaltete, als „Kreuzkönig“ bezeichnet. Die Amerikaner, die glaubten, er stecke hinter einer Flut von Anschlägen, boten 10 Millionen Dollar Belohnung für Informationen über den Aufenthaltsort von Douri. (…)

Fast 25 Jahre lang diente Douri in verschiedenen hochrangigen Regierungs- und Militärämtern, unter anderem als Landwirtschafts- und Innenminister. Menschenrechtsgruppen warfen ihm zahlreiche Male die Anwendung exzessiver militärischer Gewalt vor, darunter die Durchführung einer „Politik des Massenmords“ gegen die kurdische Minderheit im Irak im Jahr 1988. (…)

Während seine Frau und seine Tochter verhaftet worden waren, hatte sich Douri der Gefangennahme entzogen und die Rolle des Vorsitzenden der Baath-Partei übernommen, nachdem Saddam Hussein 2006 gehängt worden war.

In den letzten Jahren stieg er auch als Führer des Naqshbandi-Ordens auf, einer aufständischen Gruppe, zu der Saddam-Loyalisten gehörten und die sich mit dem Islamischen Staat zusammenschloss, als dieser riesige Gebiete im Irak eroberte.

(Aus dem Artikel „A Top Aide to Saddam Hussein Is Reported Dead“, der von der New York Times veröffentlicht wurde. Übersetzung von Florian Markl.)

Zeigen Sie bitte Ihre Wertschätzung. Spenden Sie jetzt mit Bank oder Kreditkarte oder direkt über Ihren PayPal Account. 

Werbung

Werbung

Mehr zu den Themen

Das könnte Sie auch interessieren