Der neue irakische Premierminister Ali al-Saidi arbeitet daran, die Spannungen mit den Golfstaaten abzubauen, die im Zuge des Irankriegs entstanden waren.
Der Irak und der Golf-Kooperationsrat (GCC) haben am Dienstag erklärt, ihre Beziehungen stärken zu wollen. Zugleich verurteilte GCC-Generalsekretär Jasem Mohamed Albudaiwi den Iran und seine Stellvertreter dafür, Angriffe auf Länder der Region zu verüben, während er der Regierung in Bagdad Anerkennung für ihre Versuche zollte, solche Angriffe von irakischem Staatsgebiet aus zu unterbinden.
»Ich betone, dass unsere Beziehungen zu den Golfstaaten vor dem [US-Iran-]Krieg gut und ausgezeichnet waren, und wir werden diese Beziehungen in der kommenden Zeit wieder auf den richtigen Weg bringen«, sagte der irakische Außenminister Fuad Hussein auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Albudaiwi in Bagdad.
Der GCC-Generalsekretär seinerseits verurteilte »die kriminellen Angriffe, denen die Staaten des Golf-Kooperationsrats ausgesetzt waren« und die »vom Iran und seinen Agenten in der Region« verübt wurden. Zugleich lobte er die jüngsten Maßnahmen Bagdads, »um zu verhindern, dass von seinem Staatsgebiet aus feindliche Angriffe gegen GCC-Mitgliedstaaten gestartet werden. Wir betrachten den brüderlichen Irak als einen unverzichtbaren strategischen Partner«, sagte der Albudaiwi und betonte, dass engere Beziehungen zwischen Bagdad und seinen arabischen Nachbarn die regionale Sicherheit stärken würden. Allerdings, so merkte er an, sie die »Klärung aller noch offenen Fragen« eine Voraussetzung für einen Ausbau der Beziehungen.
Spannungsabbau
Albudaiwis Äußerungen und sein Besuch in Bagdad erfolgen insbesondere vor dem Hintergrund der Bemühungen des neuen irakischen Premierministers Ali al-Saidi. Dieser versucht seit seit seinem Amtsantritt am 14. Mai 2026, die Beziehungen seines Landes zu den arabischen Golfstaaten wieder zu verbessern, nachdem es unter seinem Vorgänger Mohammed Shia al-Sudani zu Spannungen gekommen war.
Als Reaktion auf die am 28. Februar gestarteten amerikanischen und israelischen Luftschläge führte der Iran Tausende von Drohnen- und Raketenangriffen im gesamten Nahen Osten durch, die auf mutmaßliche US-Einrichtungen – insbesondere in den arabischen Golfstaaten – abzielten. Die iranische Reaktion umfasste dabei auch Angriffe von Fraktionen, die der vom Iran angeführten »Achse des Widerstands« angehören, darunter auch schiitische Milizen im Irak, die zahlreiche Angriffe auf Ziele im Land und in der gesamten Region für sich beansprucht haben.
Mitte April überreichten die Vereinigten Arabischen Emirate dem Geschäftsträger der irakischen Botschaft ein scharf formuliertes Protestschreiben. Darin wurden die als Terroranschläge bezeichneten Angriffe verurteilt, die von den proiranischen Paramilitärs von irakischem Territorium aus auf Einrichtungen in den arabischen Golfstaaten verübt worden waren. Abu Dhabi warnte, dass die Fortsetzung solcher Angriffe die Beziehungen zu Bagdad »unter erheblichen Zugwzang« setze.
Ende Mai verurteilte al-Saidi die »kriminellen Handlungen, die sich gegen das befreundete Königreich Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate richteten«. Der frischgewählte Premierminister betonte, dass der Irak die Nutzung seines Territoriums als Ausgangspunkt für »Angriffe gegen befreundete und verbündete Länder« ablehne. Er ordnete ferner die Einrichtung eines »hochrangigen Untersuchungsausschusses« an, der gemeinsam mit den Behörden in Abu Dhabi und Riad daran arbeiten soll, die Umstände der Angriffe aufzuklären.





