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Irak: DNA-Proben zur Identifizierung der Opfer eines IS-Massakers

Dutzende Iraker gaben Blutproben ab, um Auskunft über Verbleib ihrer Angehörigen zu erhalten
Dutzende Iraker gaben Blutproben ab, um Auskunft über Verbleib ihrer Angehörigen zu erhalten (© Imago Images / Xinhua)

Die Familien der Opfer des vom Islamischen Staat im Badush-Gefängnis verübten Massakers hoffen, durch die DNA-Proben endlich Aufschluss über den Verbleib ihrer Angehörigen zu erhalten.

France 24

Dutzende von Irakern gaben am Mittwoch in Bagdad Blutproben ab, während das Land eine Kampagne zur Identifizierung von Hunderten von Opfern des Islamischen Staates (IS) durchführt, die in einem Massengrab gefunden worden waren.

Das Massaker im Badush-Gefängnis war eines der schlimmsten Verbrechen, die der IS verübte, nachdem er 2014 in einer Blitzoffensive die Kontrolle über ein Drittel des Iraks übernommen hatte. Im Juni des Jahres griffen IS-Kämpfer das im Nordwesten des Landes gelegene Gefängnis an, befreiten Sunniten und luden die verbleibenden 600 hauptsächlich schiitischen Insassen auf Lastwagen, bevor sie sie in eine Schlucht fuhren und dort erschossen.

Das Massengrab, das entdeckt wurde, nachdem die irakischen Streitkräfte im März 2017 die Kontrolle über das Gebiet zurückerobert hatten, ist eines von Dutzenden, die die der Islamische Staat im Zuge seines Feldzugs der Gewalt hinterlassen hat, sagten lokale Beamte.

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Abbas Muhammad, dessen Sohn Muhannad nach seiner Verhaftung durch die US-Streitkräfte im Jahr 2005 in Badush inhaftiert war, war einer derjenigen, die am Mittwochmorgen Blutproben abgaben, in der Hoffnung, das Schicksal seines Angehörigen zu erfahren, der nach dem Massaker verschwunden war. „Ich brauche eine Antwort, die mir Frieden gibt, nachdem ich 17 Jahre lang nicht wusste, ob mein Sohn lebt oder tot ist“, sagte er gegenüber AFP.

Die Ärztin Yasmin Munzer, Leiterin der Abteilung für Massengräber im gerichtsmedizinischen Büro in Bagdad, sagte, dass 100 Familien in der Hauptstadt Proben abgegeben hätten, während Dutzende andere dies in vier [mehrheitlich schiitisch bewohnten; Anm. Mena-Watch] Provinzen im Süden des Irak getan hätten.

Die DNA aus den Überresten der Opfer wird mit den Proben ihrer mutmaßlichen Verwandten verglichen. „In fünf weiteren Provinzen müssen noch Proben genommen werden“, bevor der Identifizierungsprozess beginnen kann, sagte Munzer AFP.

Der IS, der Ende 2017 im Irak für besiegt erklärt wurde, hat mehr als 200 Massengräber hinterlassen, die nach Angaben der UNO bis zu 12.000 Leichen enthalten könnten. Im Irak ist man seit Jahren damit beschäftigt, menschliche Überreste der gewalttätigen jüngeren Geschichte des Landes zu identifizieren. Es werden auch immer noch neue Massengräber aus der Zeit des Regimes von Diktator Saddam Hussein entdeckt.

(Aus dem ArtikelIraqis give blood in hope of identifying mass grave victims, der bei France 24 erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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