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Irak: Flüchtlingslager für Jesiden zur Hälfte abgebrannt

Das zur Hälfte niedergebrannt Flüchtlingslager "Scharia" in Irakisch-Kurdistan
Das zur Hälfte niedergebrannte Flüchtlingslager "Scharia" in Irakisch-Kurdistan (Quelle: Soforthilfe für jesidische Flüchtlinge)

Bei einem Feuer im Flüchtlingslager „Scharia“ in Irakisch-Kurdistan, fing am Freitag die Hälfte der im Lager befindlichen Zelte Feuer.

Karwan Faidhi Dri, Rudaw

Der Gouverneur der Provinz Duhok, Ali Tatar, erklärte, dass am Freitag hunderte von Zelten im Scharia-Lager für Binnenvertriebene abbrannten, nachdem ein Feuer im Lager ausgebrochen war. Die Ursache des Brandes ist noch unklar.

Tatar sagte in einer Erklärung auf seinem Facebook-Account, dass 370 Zelte niedergebrannt seien, und fügte hinzu: „184 von 994 Familien haben ihr Hab und Gut und ihr Geld verloren.“ Der Gouverneur fügte hinzu, dass die Familien mit neuen Zelten, Lebensmitteln und anderen Bedürfnissen entschädigt werden müssen.

Später fügte Tatar hinzu, dass sowohl der Präsident der Region Kurdistan, Nechirvan Barzani, als auch der Premierminister Masrour Barzani mit ihm telefoniert hätten und „ihre volle Bereitschaft zum Ausdruck brachten, den betroffenen Familien und allen Binnenvertriebenen eine helfende Hand und Unterstützung zu reichen.“

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Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) sagte in einer Erklärung, dass 400 Zelte abgebrannt seien, und fügte hinzu, dass mit den zuständigen Behörden zusammengearbeitet werde, um die Opfer zu versorgen. „Wir werden weiterhin mit den Behörden und den Bewohnern des Lagers zusammenarbeiten, um Wege zu finden, ähnliche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.“

„Wir konnten gerade noch unsere Dokumente retten“, sagte einer der Bewohner gegenüber Rudaw. „Mindestens drei Blöcke sind niedergebrannt. Das ist die Hälfte des Scharia-Lagers“ „Eine Katastrophe hat stattgefunden“, sagte ein anderer Bewohner, während einige Lagerinsassen sich beschwerten, dass die Feuerwehr nicht schnell genug eingetroffen sei.

Das Sharia-Lager ist Heimstätte für vertriebene Jesiden, die aus Shingal flohen, nachdem der Islamische Staat (ISIS) den Bezirk 2014 angegriffen hatte.

Der Bürgermeister von Shingal, Mahma Khalil, der von Duhok aus die Geschäfte in Shingal führt, besuchte das Lager und sagte, der Vorfall sei „eine große humanitäre Katastrophe.“ Khalil machte das irakische Ministerium für Migration und die Lagerverwaltung für das Feuer verantwortlich und sagte, sie hätten es versäumt, Löschfahrzeuge für das Lager bereitzustellen.

„Das Feuer wurde unter Kontrolle gebracht und niemand ist gestorben“, sagte ein Beamter des Zivilschutzes gegenüber Rudaw. „Wir haben die Ursache des Feuers noch nicht ermitteln können.“ Er fügte hinzu, dass das Lager zwar ein Feuerwehrteam habe, die Bevölkerungsdichte des Lagers es aber verhindert habe, dass es auf die Zelte erreichen konnte, die Feuer gefangen hatten.

(Aus dem Artikel „Fire destroys hundreds of tents in Duhok IDP camp: governor, der bei Rudaw erschienen ist. Übersetzung von Alexander Gruber.)

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