Irak: Erstes Massengrab jesidischer IS-Opfer geöffnet

„Die irakischen Behörden haben am Freitag ein erstes Massengrab in Sinjar geöffnet, jener Hochburg der Jesiden, in der die Minderheit einst brutal von Dschihadisten [des Islamischen Staates] angegriffen worden war. Die Friedensnobelpreisträgerin Nadia Murad, eine Jesidin, die vor dem IS geflüchtet war und zu einem Sprachrohr ihrer Gemeinde wurde, nahm an der Zeremonie in ihrem Heimatdorf Kojo teil, die den Beginn der Exhumierungen darstellte. Die Vereinten Nationen, die die forensische Arbeit unterstützen, erklärten, dass die erste Öffnung eines Massengrabes in der Region dazu beitragen wird, das Schicksal der vom IS getöteten Einwohner näher zu beleuchten. Es wird angenommen, dass Hunderte von Männern und Frauen aus dem Dorf von den Dschihadisten hingerichtet wurden, als diese 2014 das Gebiet übernahmen. (…)

Die Vereinten Nationen erklärten, dass die Aktionen des IS einem Völkermord gleichkommen könnten, sund dass sie die Gräueltaten der Dschihadistengruppe im gesamten Irak untersuchen werden. Auf der Veranstaltung am Freitag rief Murad die zentralen Behörden des Irak und die Menschen in der Region Kurdistan dazu auf, ‚die Massengräber zu schützen‘, um den ‚Völkermord an den Jesiden‘ nachweisen zu können. ‚Es wird keine Aussöhnung mit den arabischen Stämmen in unserer Region geben, wenn ihre Würdenträger nicht die Namen derjenigen angeben, die die Verbrechen begangen haben, damit sie verurteilt werden können‘, sagte sie.“ (Bericht auf AL-Monitor: „Iraq opens first IS mass grave in Yazidi region“)

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