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IAEO-Resolution: Iran muss sein Atomprogramm offenlegen

IAEO-Chef Rafael Grossi bei der Gouverneursrat-Sitzung in Wien
IAEO-Chef Rafael Grossi bei der Gouverneursrat-Sitzung in Wien (© Imago Images / Anadolu Agency)

Teheran müsse Rechenschaft über sein angereichertes Uran ablegen und den Inspektoren Zugang zu seinen Atomvorräten und den bombardierten Standorten gewähren, erklärte der IAEO-Gouverneursrat.

Der aus 35 Nationen bestehende Gouverneursrat der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) verabschiedete am Mittwoch eine von den USA unterstützte Resolution. Diese fordert das iranische Regime auf, Rechenschaft über sein verbleibendes angereichertes Uran abzulegen und den Inspektoren Zugang zur Überprüfung seiner Vorräte zu gewähren.

Der in Wien tagende Gouverneursrat verabschiedete den Text mit 21 Ja-Stimmen, zehn Enthaltungen und drei Nein-Stimmen, die von Russland, China und Niger stammten. Die Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich und Deutschland hatten den Resolutionstext eingereicht. »Die Handlungen des Iran wecken nicht nur dringende Bedenken hinsichtlich der Art seines Atomprogramms, sie bedrohen auch die Integrität des globalen Systems der nuklearen Sicherheitsüberwachung«, erklärten die vier Länder in ihrer Stellungnahme an den Gouverneursrat.

Der Schritt folgt auf israelische und US-amerikanische Angriffe vom vergangenen Jahr, bei denen Teile der iranischen Anreicherungsinfrastruktur zerstört wurden. Dabei dürfte jedoch eine erhebliche Menge an fast waffenfähigem Material unbeschadet geblieben sein, von der der Gouverneursrat nun verlangt, dass der Iran sie offenlegt und einer Überprüfung unterziehen lässt.

Die Islamische Republik verurteilte die Resolution als »Rechtfertigung« der US-Militäraktion und warnte, sie werde entscheiden, wie sie darauf reagiert. Zuvor hatte es auf ähnliche Vorwürfe seitens der IAEO mit einer Ausweitung seiner Nuklearaktivitäten oder einer Einschränkung der Zusammenarbeit mit den Inspektoren reagiert.

Genug für zehn Bomben

Der aktuelle Schritt des Gouverneursrats folgt auf eine Resolution vom November, in der ähnliche Schritte gefordert wurden und der Teheran bislang noch keine Folge geleistet hat. »Heute hat der IAEO-Gouverneursrat über eine Resolution abgestimmt, die den klaren Verstoß des iranischen Regimes gegen seine NPT-Verpflichtungen unterstreicht«, sagte der israelische Außenminister Gideon Sa’ar in einer Reaktion. Die Weigerung des iranischen Regimes, zu kooperieren, Zugang zu gewähren und seine Verpflichtungen einzuhalten, muss enden. Die Befassung des UN-Sicherheitsrats ist notwendig und längst überfällig.«

Die IAEO berichtete, dass sie seit dem zwölftägigen Krieg im Juni 2025 nicht in der Lage sei, die Bestände an angereichertem Uran im Iran nachzuverfolgen, berichtete die Associated Press am 4. Juni. In einem Dokument, das an die UN-Mitgliedstaaten verteilt wurde, hieß es, die Organisation könne »keinerlei Informationen über die derzeitige Größe, Zusammensetzung oder den Verbleib der Bestände an angereichertem Uran im Iran liefern oder darüber, ob der Iran alle Aktivitäten im Zusammenhang mit der Anreicherung eingestellt hat«.

Frühere Schätzungen der IAEO deuten darauf hin, dass der Iran nach den Luftangriffen auf seine nukleare Infrastruktur einen beträchtlichen Vorrat an angereichertem Uran behalten hat, darunter etwa 440,9 Kilogramm mit einer Reinheit von bis zu sechzig Prozent. Dieser Anreicherungsgrad ist nur einen kleinen technischen Schritt von waffenfähigem Uran entfernt und die Menge würde bei weiterer Anreicherung für etwa zehn Atomwaffen genügen.

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