Seit Beginn der Spannungen in der Straße von Hormus laufen die irakischen Ölexporte hauptsächlich über eine Pipeline von der Region Kurdistan in die Türkei.
Der irakische Ölminister erklärte am Freitag, die Ölexporte des Landes durch die strategisch bedeutsame Straße von Hormus seien auf weniger als zehn Prozent des Vorkriegsniveaus gesunken, da anhaltende Beschränkungen und Sicherheitsbedenken die Lieferungen weiterhin beeinträchtigten. In Bezug auf das aktuelle Exportvolumen durch die Straße von Hormus erklärte Ölminister Basim Mohammed Khudair, dass »es nicht einmal 10 Prozent der Menge erreicht, die zuvor durch die Meerenge exportiert wurde«.
Die strategisch wichtige Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel der weltweiten Ölvorräte fließt, ist seit Ausbruch des sechswöchigen Krieges am 28. Februar wiederholten Beschränkungen und Störungen ausgesetzt. Grund dafür sind Teherans Drohungen gegen den Schiffsverkehr in der Meerenge, die fortdauern, obwohl die Kämpfe zwischen USA/Israel und dem Iran am 8. April durch einen von Pakistan vermittelten Waffenstillstand vorübergehend eingestellt wurden.
Vor dem Krieg förderte der Irak täglich rund 4,5 Millionen Barrel Öl und exportierte etwa 3,5 Millionen Barrel pro Tag, wobei fast neunzig Prozent der Exporte über die Wasserstraße transportiert wurden.
Alternative Routen
Khudair sagte, der Irak verfüge nach wie vor über Verträge zum Export von zweihundert Millionen Barrel Öl durch die Meerenge, doch die Reedereien scheuten sich, dort zu operieren. »Die Unternehmen zögern und können nicht gewährleisten, dass ihre Schiffe und Besatzungen die Wasserstraße passieren«, sagte der Minister.
Seit der Verschärfung der Beschränkungen in der Straße von Hormus sucht Bagdad nach alternativen Exportrouten für sein Rohöl. Laut Khudair verläuft die derzeit einzige durchgehende Exportroute des Irak über die Pipeline der autonomen Region Irakisch-Kurdistan, wobei die Exporte bei etwa zweihunderttausend Barrel pro Tag liegen.
Mitte März, als der Krieg mit dem Iran noch in der heißen Phase war, einigten sich Erbil und Bagdad darauf, die Exporte von Kirkuk-Öl durch die Pipeline der Region Kurdistan in die Türkei wieder aufzunehmen, nachdem diese zu Beginn des Monats vorübergehend eingestellt worden waren. Internationale Betreiber hatten damals die Produktion nach Ausbruch des Krieges vorsorglich ausgesetzt.
Khudair sagte, der irakische Premierminister Ali al-Zaidi habe das Ölministerium angewiesen, die Exportrouten zu diversifizieren und die Exportkapazitäten zu erhöhen.
Im Juli wird ein im Jahr 1973 geschlossenes Ölexportabkommen zwischen Ankara und Bagdad enden. Das Abkommen, das ursprünglich am 27. August 1973 unterzeichnet worden war, wurde mehrfach verlängert, zuletzt im Jahr 2010. Zur Zukunft des Abkommens sagte Khudair: »Ich habe mich gestern mit dem türkischen Botschafter getroffen, und wir sind beide bereit, den Pipeline-Vertrag zu verlängern.«





