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Hoher Fatah-Funktionär: »Arabischer Frühling war zionistische Verschwörung«

Das Mitglied des Fatah-Zentralkomitees Tawfiq Al-Tirawi über den Arabischen Frühling
Das Mitglied des Fatah-Zentralkomitees Tawfiq Al-Tirawi über den Arabischen Frühling (Quelle: MEMRI)

Die kurze Episode dessen, was als ›Arabischer Frühling‹ in die Geschichte des Nahen Ostens einging und von großen Teilen der arabischen Zivilgesellschaft getragen wurde, hat bei der palästinensischen Fatah einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen. Deshalb wird die Bewegung flugs zum amerikanisch-zionistischen Ränkespiel erklärt.

Das Mitglied des Fatah-Zentralkomitees Tawfiq Al-Tirawi erklärte am 3. Juni auf dem TV-Sender der Palästinensischen Autonomiebehörde, der Arabische Frühling sei eine zionistische Verschwörung gewesen, um die arabischen Länder den Palästinensern zu entfremden.

»Was kann man über die Verfassung der Araber sagen? Sie sehen doch die Verfassung der Araber. Syrien sagt: ›Syrien zuerst!‹ Ägypten sagt: ›Ägypten zuerst!‹ Algerien sagt: ›Algerien zuerst!‹ Tunesien sagt: ›Tunesien zuerst!‹«

Auf den Hinweis des Journalisten, jedes Land habe eben seine eigenen spezifischen Probleme, antwortete Al-Tirawi:

»Das ist so, weil der sogenannte ›Arabische Frühling‹ kein ›arabischer‹ Frühling war. Es war ein amerikanisch-zionistischer Frühling. Sein Hauptziel war die Zersetzung der arabischen Regime und Staaten, damit die palästinensische Sache zur letzten wird, um die sich die arabischen Nationen kümmern können und dadurch nicht mehr in der Lage sind, auch nur ein einziges Wort zur palästinensischen Frage zu sagen.«

Aber, so der Moderator in dem von MEMRI übersetzten Interview weiter, es gäbe doch noch progressive Positionen, nicht nur unter den Arabern, sondern zum Beispiel auch in den USA, worauf Al-Tirawi einwandte:

»Das stimmt, aber die arabischen Nationen … Nehmen Sie zum Beispiel die große syrische Nation oder die libanesische oder jede andere unserer arabischen Nationen, sie alle sind groß. Wie können sich die Libanesen um die palästinensische Sache kümmern angesichts des Hungers, des Mangels an Sicherheit, des Fehlens einer Regierung und all der anderen Probleme, mit denen der Libanon konfrontiert ist?

Es gibt Millionen Vertriebene in Syrien. Sehen Sie sich doch nur an, was die USA und der sogenannte Arabische Frühling in Syrien angerichtet haben. Die Wirtschaft ist in einem schlechten Zustand, die Sicherheitslage ist schlecht und so weiter und so fort. Das gilt für alle arabischen Staaten. Wir als arabische Länder haben ein Problem, das vom sogenannten Arabischen Frühling geschaffen wurde.«

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