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Hohe Preise treiben Irans Pensionisten auf die Straße

Die Lebensmittelpreise im Iran steigen immer weiter
Die Lebensmittelpreise im Iran steigen immer weiter (© Imago Images / NurPhroto)

In den vergangenen Wochen kam es im Iran zu einer Reihe von Protesten gegen steigende Lebensmittelpreise.

Die iranische Bevölkerung leidet seit Jahren unter immer höher werdenden Lebenserhaltungskosten, die nicht nur den gegen den Staat verhängten Sanktionen, sondern auch der im Iran besonders heftig aufgetretenen COVID-19-Epidemie, der hohen Arbeitslosigkeit und der landeseigenen Misswirtschaft geschuldet sind.

Nicht nicht nur die Preise für Lebensmittel sind in die Höhe geschnellt, sondern auch jene für Benzin, Energie, Medikamente und Mieten, während Gehälter und Pensionen gleichgeblieben sind.

Pensionisten-Protest

Die Situation hat sich mittlerweile so verschärft, dass es im Lauf der letzten Wochen zu ersten Protesten gegen die steigenden Inflation, die zurzeit bei fünfzig Prozent liegt, gekommen ist. Wie die Nachrichtenagentur Fars berichtete, gingen in Täbris, der Hauptstadt von Ost-Aserbaidschan, am Montag mehr als tausend Pensionisten auf die Straße, um auf ihre beengten finanziellen Verhältnisse aufmerksam zu machen.

Dass das Ministerium für Arbeit, Wohlfahrt und soziale Sicherheit erst einen Tag vorher verlautbaren ließ, die Renten um 57,4 Prozent auf 5,580.000 Toman (ca. 150 Euro) pro Monat zu erhöhen, konnte die Gemüter im Vorfeld nicht beruhigen; dadurch sei die jahrelange hohe Inflation nicht auszugleichen, wie es hieß. Außerdem betrifft die Erhöhung ausschließlich die Mindestpensionen, die insgesamt vier Millionen Menschen beziehen; alle anderen Pensionisten erhielten nur eine zehnprozentige Erhöhung.

Preisvergleich

Im Moment kostet im Iran ein Kilogramm Lammfleisch zwischen 160.000 und 220.000 Toman, ein Kilo Tomaten 16.000 Toman, ein Kilo Marillen 70.000 Toman, ein Kilo Zwiebeln 11.000 Toman und ein Liter Milch 15.000 Toman.

Nicht anders als bei den Pensionen ist es auch bei den Löhnen: Ein iranischer Arbeiter muss dreieinhalb Tage arbeiten, um so viel zu verdienen, wie ein Arbeiter in den Vereinigten Staaten in dreieinhalb Stunden erhält.

Dass die Menschen öffentlich ihren Unmut über die herrschenden Verhältnisse äußern, ist im Land der Mullahs nicht nur selten, sondern auch sehr gefährlich. Dieses Mal wruden Protestierenden, die Parolen wie: »Unsere Ausgaben sind in Dollar, unser Einkommen in Rial« riefen, zwar von Polizeieinheiten begleitet, der Marsch verlief aber friedlich und ohne Eingreifen seitens der Behörden.

Auch in anderen iranischen Städten wie Kaswin, Schiras und Schuschtar kam es zu Protesten gegen die Wirtschaftspolitik von Präsident Ebrahim Raisi, die nicht nur von Pensionisten abgehalten wurden.

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