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Österreich: Neuer Höchststand an antisemitischen Vorfällen

Jahresbericht der Antisemitismus-Meldestelle der IKG über antisemitische Vorfälle 2025.
Jahresbericht der Antisemitismus-Meldestelle der IKG über antisemitische Vorfälle 2025.

Im Jahr 2025 war israelbezogener Antisemitismus erneut für die mit Abstand meisten antisemitischen Vorfälle verantwortlich.

In Wien hat die Antisemitismus-Meldestelle der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) ihren Bericht über die bei ihr gemeldeten antisemitischen Vorfälle im Jahr 2025 veröffentlicht. Nachdem schon in den Jahren 2023 und 2024 neue Höchststände an derartigen Vorfällen zu verzeichnen waren, wurde mit 1.532 Meldungen im vergangenen Jahr ein neuer unrühmlicher Rekord erreicht.

Dass der Anstieg in absoluten Zahlen nicht groß war, ist für Johannan Edelmann, Leiter der Antisemitismus-Meldestelle, »kein Zeichen von Stabilität, sondern das Gegenteil«. Immerhin wurde trotz Verwendung strenger Kriterien bei der Einstufung von Meldungen als antisemitisch und einem Rückgang an Meldebereitschaft durch die Betroffenen wieder ein neuer Höchststand erreicht.

Bei den 1.532 Meldungen handelte es sich um:

  • 842 Fälle von »verletzendem Verhalten« (d. h. antisemitische Beschimpfungen, Äußerungen, Kommentare und Botschaften),
  • 439 Fälle von Massenzuschriften (»schriftliche antisemitische Inhalte, die an mindestens zwei Adressatinnen bzw. Adressaten gerichtet sind«, wie Kommentare in Onlineforen, Massenmails, Leserbriefe etc.),
  • 205 Fälle von Sachbeschädigung,
  • 27 Bedrohungen (»konkret formulierte Androhung physischer Gewalt gegen jüdische beziehungsweise als jüdisch wahrgenommene Personen oder Einrichtungen«), und
  • 19 physische Angriffe.

Erscheinungsformen und ideologischer Hintergrund

Der Bericht unterstreicht, dass »Antisemitismus mit Israelbezug« seit 2022 die vorherrschende Erscheinungsform antisemitischer Vorfälle ist. Mehr als drei Viertel (77,4 Prozent) der Meldungen bezogen sich 2025 auf israelbezogenen Antisemitismus.

Dabei heben die Autoren hervor, dass »Kritik am Staat Israel oder gar Beschimpfungen Israels – auch wenn zutiefst gehässig oder lügenhaft – keineswegs per se als antisemitisch gewertet werden«. Der Klassifizierung liegen vielmehr die Kriterien der »Arbeitsdefinition Antisemitismus« der International Holocaust Remembrance Alliance (IHRA) zugrunde.

Nach ihrer ideologischen Motivation aufgeschlüsselt verteilten sich die Meldungen auf

  • 433 Fälle (28,3 Prozent) von Fällen mit »linker« Motivation (wozu beispielsweise die BDS-Kampagne und der antiimperialistische Hass auf Juden bzw. Israel zählen),
  • 416 Fälle (27,2 Prozent), die nicht genauer ideologisch verortet werden konnten,
  • 375 Fälle (24,5 Prozent) mit »muslimischer« Motivation, und
  • 308 Fälle (20,1 Prozent) mit »rechtem« Hintergrund.

Auffällig ist, dass von den 19 gemeldeten physischen Angriffen elf, also mehr als die Hälfte, einen »muslimischen« Tathintergrund aufwiesen, wohingegen bei den antisemitischen Sachbeschädigungen sowie Massenzuschriften mehrheitlich eine »linke« Motivation vorherrschend war (44,9 resp. 49,9 Prozent).

Den vollständigen Bericht der Antisemitismus-Meldestelle der IKG finden Sie hier.

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