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Hisbollah transportiert Chemiewaffen in den Libanon

Mit der Hisbollah verbündete Milizen auf einer Hisbollah-Veranstaltung in Beirut
Mit der Hisbollah verbündete Milizen auf einer Hisbollah-Veranstaltung in Beirut (© Imago Images / ZUMA Wire)

Berichten zufolge wurden Raketen mithilfe der iranischen Revolutionsgarden und nordkoreanischer Wissenschaftler im syrischen Masyaf hergestellt.

Wie die saudische Nachrichtenagentur Al-Hadath am Sonntag berichtete, verwahrt die Hisbollah in einem Lagerhaus in Al Qusayr nahe der libanesisch-syrischen Grenze Hunderte von Raketen, die mit giftigen Chemikalien bestückt sind. Wie es in dem Bericht heißt, sollen sich unter den Beständen einhundertzehn Fajr- und über dreihundert Fateh-Raketen befinden, die alle mit Thionylchlorid befüllt sind. Thionylchlorid ist eine farblose, in der Luft rauchende Flüssigkeit, die sich in Wasser, bei Erhitzung oder unter Lichteinwirkung zersetzt. Ihre Dämpfe führen schon bei großer Verdünnung zur Erstickung.

Die Waffen wurden zusammen mit anderen Ausrüstungsgegenständen vor fast zwei Wochen vom Syrischen Zentrum für Wissenschaftliche Studien und Forschung (SSRC) in Masyaf an den Standort in Al Qusayr gebracht. Quellen informierten Al-Hadath, dass nordkoreanische Experten unter der Aufsicht von Qassem Abdullah Massoudyan, einem iranischen Spezialisten für Chemiewaffen, die Raketen mit giftigen Chemikalien bestückten.

Für den Transport der Raketen nach Al Qusayr sei die Einheit 2250 des Korps der Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) verantwortlich, wobei ein IRGC-Agent namens ›Abd al-Ilah Bagheri, auch bekannt als Hajj Sadiq, den Transport überwachte, heißt es in dem Bericht. 

Über die Einheit 2250 wurde erstmals im September vom oppositionellen Sender Iran International berichtet, als er behauptete, israelische Luftangriffe hätten Standorte der Einheit in der Nähe von Damaskus angegriffen. Die Einheit ist eine Untergruppe der IRGC-Einheit 2000 und damit betraut, die mit dem Iran verbündeten Milizen in Syrien mit Ausrüstung, Waffen und Personal zu unterstützen. Als Leiter des Büros der Einheit in Damaskus fungiert eine als Seyyed Reza bekannte Person, während Abdollah Edabi und Meysam Katbi als Mitarbeiter genannt werden.

Israelische Gegenwehr

Der Bericht über die Chemiewaffenlieferung des saudischen Nachrichtensenders ergänzte, dass die Raketen nur vorübergehend in Al Qusayr gelagert werden, um anschließend in das Gebiet Bint Jbeil im Gouvernement Nabatiyeh im Libanon in der Nähe eines UNIFIL-Stützpunktes gebracht zu werden.

Israel hat in der Vergangenheit gegen syrische Chemiewaffenanlagen operiert, darunter auch die SSRC-Anlage in Masyaf. Israel zugeschriebene Luftangriffe zielten im August auf Anlagen in der Nähe von Masyaf, wobei angeblich auch das SSRC getroffen wurde. Im September präsentierte Israels Verteidigungsminister Benny Gantz der Öffentlichkeit eine Karte, auf der mehr als zehn verschiedene Einrichtungen verzeichnet waren, die der Iran zur Herstellung moderner Raketen und Waffen für seine Stellvertreter im SSRC in Masyaf nutzt. 

Zuletzt zielten am Samstagmorgen Luftangriffe, für die Israel verantwortlich sein dürfte, auf Einrichtungen in Syrien und trafen Berichten zufolge solche von pro-iranischen Milizen in der Region zwischen Homs und Masyaf. Nach Angaben der syrischen Staatsmedien wurden bei den Angriffen vier syrische Soldaten getötet.

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